Mit einer Freundin habe ich im Herbst 2015 Thailand bereist. Wir sind über die Grenze in Satun in Thailand eingereist. Während knapp zwei Wochen sind wir, teilweise etwas unfreiwillig, kreuz und quer durch das Land des Lächelns bis hoch nach Bangkok gereist. Unterwegs haben wir viele Gewitter, Strände, Affen und Fullmoonpartygänger gesehen.

Ankunft in Krabi

Mit der Fähre sind wir von Langkawi aus nach Satun in Thailand gereist. Dort reihten wir uns geduldig in die wartenden Touristenschlangen für ein Visum nach Thailand ein. Bereits beim Anstehen ist uns ein junger Thai wie eine schnorrende Katze immer wieder um die Beine geschlichen und hat gefragt wohin wir den möchten. Ungefragt hat er uns auch mehrmals zu versichern versucht, dass er an unserer Buchung nichts verdient, was seine Aussage auch sehr ungläubig erscheinen lies. Nach dem dritten Anlauf haben wir uns dann auf ein Gespräch eingelassen denn wir hatten keine Ahnung wie wir von hier nach Krabi kommen sollten. Mit einem Sammeltaxi ging es zuerst gute 15 Minuten zum Busbahnhof. Der war ziemlich verlassen und der Bus liess auch gute 2 Stunden auf sich warten. Immerhin sind wir darin direkt nach Krabi gekommen – oder zumindest ausserhalb der Stadt beim Busbahnhof abgeladen worden. Dort haben wir ein weiteres Sammeltaxi genommen und mit der App MapsMe unser Hostel auf dem Radar verfolgt. Bei der entsprechenden Strasse versuchten wir den Fahrer zum stoppen zu bringen, doch der liess sich nichts anmerken und wir sind einfach vom Taxi gesprungen. Diese Fahrt wird wohl für immer unbezahlt bleiben. An dieser Stelle nochmal ein grosses Sorry nach Thailand.

Railey Beach

Verständigungsschwierigkeiten

Wir haben das Hostel mangels Beschilderung und anhand der Tatsache, dass die Türen verschlossen waren, nicht auf anhieb gefunden. Nebenan beim Souvenierlädeli haben wir dann die Verkäuferin nach dem Weg gefragt. Die hat kurzerhand ihr Handy gezückt und den Besitzer angerufen. Mit kaputten Hosen und einem alten T-Shirt hat er uns die Tür geöffnet. Das Hostel war sehr neu. So sehr, dass die Lobby noch im Rohbau war und der Weg zum Zimmer über mehrere Eimer und Zementsäcke führte. Wir haben bald mal festgestellt, dass der Besitzer kein Wort Englisch spricht. Wortlos haben wir somit unsere Buchung bezahlt und das Zimmer bezogen. Danach wollten wir unsere Wertsachen im Safe verstauen. Doch im Zimmer gab es keinen also haben wir an der Rezeption nochmals den Inhaber gefragt. Erst als meine Freundin freundlich am übergrossen Safe ruckelte hat er begriffen dass wir ihn nicht ausrauben wollen sondern unsere Wertsachen reinlegen möchten. Lustig wurde das ganze, als wir noch eine Nacht länger bleiben wollten. Ziemlich überfordert rannte der Inhaber aus dem Hostel und kam wenig später mit der Souvenierlädelifrau wieder zurück die dann Übersetzerin spielte. Ach ja und dann gab es noch die legendäre Steckdosengeschichte. Wir haben den Wasserkocher im Zimmer sofort entdeckt und wollten den für unsere Noodlesuppe brauchen. Allerdings haben wir nach langem Suchen nur diese eine Steckdose im Zimmer gefunden. Im Badezimmer gabs dann zum Glück noch eine auf Höhe Brünneli und so konnten wir unsere Noodlesuppe im Badezimmer doch noch zubereiten.

Steckdosen in Thailand

Traumstrände

Krabi selber ist ein härziges und quirliges Städtlein das aber in nur einem halben Tag erkundet ist. Wir haben einen Ausflug zum bekannten Railey Beach unternommen und sind dort etwas erchlüpft. Während viele Reisebüros in Krabi mit Bildern von einsamen Stränden und Kalksteinformationen warben, haben wir ein Luxushotel und einen Armani-Laden vorgefunden. Auf der Hinterseite der Insel war dann der schöne Strand. Davor standen jedoch über 20 Longtailboote. Die Frau an der Kokosnussbar erzählte uns, dass das sehr wenige Boote seien und in der Hochsaison hier 5x mehr Boote und Touristen anlegten. Zum Glück sind wir in der Nebensaison gereist, ansonsten hätte ich äuä ein bitzeli einen Kulturschock erlitten. Unser Ticket für den Railey Beach haben wir in irgend einem Kaffee gekauft und bekamen dafür ein professionelles Post-it Zetteli mit einem unentzifferbaren Gekritzel. Wir mussten mehrere Boote abwarten die teilweise halb leer ablegten, bis wir endlich in eines einsteigen durften. Auf dem Weg nach Railey Beach haben wir einige löcherige und alte Boote gesehen, die einfach im Wasser vor sich hin rosteten. Natürlich wäre es nicht ein authentisches thailändisches Erlebnis, wenn nicht der Motor ausgesetzt hätte!

Nach Krabi sind wir weiter nördlich nach Khao Lak gereist. Dieser Ort hat dem traurigen Schicksal vom Tsunami 2004 weltweit Bekanntheit erlangt. Der Tsunami hat die ganze Küste verwüstet und jedes Hotel zerstört. Die Thailänder haben aber in unermüdlichem Einsatz den Ferienort wieder aufgebaut. Das einzige was noch daran erinnert ist das Boot der Küstenwache, welches gut 1km im Landesinnern auf einer Rasenfläche steht wo es angespült wurde sowie das Memorial mit einem kleinen Museum. Der Ort war perfekt mit einigen Souvenierlädeli, feinen Kaffees und einem endlosen Sandstrand. Hierhin gelangten wir übrigens ein bisschen abenteuerlich. Nachdem uns der Minivan an einer Verzweigung mitten im nichts einfach ausgesetzt hat, um ohne Umweg weiter nach Phuket zu fahren, haben wir interveniert und ihm hurti erklärt wo Bartli der Most holt. Er ist dann auch hier geblieben bis der öffentliche Bus aufgekreuzt ist. Dem Fahrer hat er dann Bargeld in die Hand gedrückt und wir sind zwischen Hühner und Katzen ganz authentisch nach Khao Lak gereist.

Sonnenuntergang in Khao Lak

Koh Samui

Nach Khao Lak zog es uns nach Koh Samui – wir wollten den Bachelor finden. Den haben wir leider nicht gefunden, dafür eine Horde partywütiger Fullmoongänger. Die Insel hat mir von all den besuchten Orten in Thailand am wenigsten gefallen. Dies wohl aufgrund der vielen schlechten Erlebnisse. Unsere Fahrt hierhin glich einer Odyssee. Nach gut 5 Jahren fehlen mir immer noch die Worte hierzu. Mittlerweile kann ich jedoch darüber lachen. Alles begann morgens um 7.00h in Khao Lak. Pünktlich haben wir uns am vereinbarten Treffpunkt vorgefunden, das obligate, von Hand beschriebene Post-it Zettelchen griffbereit. Als nach einer halben Stunde immer noch weit und breit niemand zu sehen war haben wir mal bei der Rezeption unserer Unterkunft gefragt ob sie die Telefonnummer anrufen können. Leider verstand die Rezeptionistin kein Englisch also hat sie in der Frühe den Coiffeur von nebenan aus dem Bett geholt. Der hat im seidenen Pyjama dann die Nummer angerufen. Plötzlich kam aus einer kleinen Nebenstrasse ein Minivan. Wir fuhren darin gut eine Stunde nordwärts und haben verschiedene Reisende aufgegabelt. Plötzlich haben wir gedreht und fuhren wieder Richtung Krabi. Irgendwo wurden wir ausgeladen und fanden einen Ort mit ca. 50 wartenden Rucksackreisenden vor. Es sah aus wie auf einem Viehmarkt. Thailändische Fahrer schreiten die unterschiedlichsten Orte in das Gewusel und die Reisenden sind wild durcheinander zum entsprechenden Chauffeur gelaufen. Nach nur 10 Minuten sassen wir im nächsten Minivan und haben uns auch schon gefreut, nun endlich auf die Insel Koh Samui zu kommen. Doch nach ca. 30 Minuten wurden wir in einer kleinen Haltestelle mitten im Dschungel ausgeladen. Dort haben wir Sage und Schreibe gut 3 Stunden verbraten. Reisende sind gekommen und gegangen und wir waren immer noch da. Der Thai, welcher die Leute immer an die Fahrer vermittelt hat, haben wir guet 20x gefragt wie lange wir denn noch hier warten müssen. Irgendwann habe ich dann meine Engelsgeduld verloren und wurde etwas lauter und vielleicht auch ein bisschen hysterisch. Und was machte der Superheld? Er sprach einfach kein Englisch mehr und grinste mich an. Thailändischer Kundenservice par excellence! Irgendwann haben wir einen Bus vorne an der Strasse gesehen und beschlossen, unser Schicksal selber in die Hand zu nehmen. Der Busfahrer hat uns dann mitgeteilt, dass er tatsächlich nach Don Sak, zur Fährstation fährt und schon eine gute halbe Stunde hier auf uns zwei warte. Ich denke wir würden noch heute in dieser Blechhütte mitten im Dschungel sitzen wenn wir nicht zum Bus gelaufen wären. Der Rest der Reise verlief dann ziemlich nass. Der Geruch im Bus war ein Mix aus durchzechter Partynacht und altem Schweiss. Immerhin hat es nicht nach Chötzi gerochen. Hinzu kam die absolut geniale Klimaanlage, die sich in jeder Kurve über die Passagiere entleerte. Nach sage und Schreibe 14 Stunden sind wir in unserem Hostel auf Koh Samui angekommen und haben uns nach einem kleinen Nachtessen auch gleich schlafen gelegt. Morgens um 4 Uhr wurde ich dann von einem ungewöhnlichen Geräusch geweckt und nach kurzem Stutzen habe ich dann festgestellt dass da im Bett gegenüber ernsthaft zwei Leute sex hatten. In einem 8-Zimmerschlafsaal. Wo jedes Bett besetzt war. Einfach so. Für die 4 Franken pro Nacht haben wir also den Porno gleich mitgebucht! Die Ankunft auf der Insel war somit schon eher mässig schön. Hinzu kam, dass der November der Übergangsmonat war und es ziemlich häufig geregnet hat und der Himmel nie blau war. Am Chaweng Beach, dem Hauptstrand, gibt es zudem keinen öffentlichen Strandanschluss. Oftmals mussten wir einfach frech durch eine Hotelanlage an den Strand spazieren. Das Ritiplampi war mein Highlight in Koh Samui!

Chaweng Beach

Bangkok

So anstrengend wie die Fahrt nach Koh Samui war, umso angenehmer und reibungsloser verlief die Fahrt nach Bangkok. In Koh Samui haben wir mit Schrecken festgestellt, dass unser Visa on Arrival nur 14 Tage gültig war und wir in einigen Tagen Thailand verlassen müssen. Daher haben wir kurzerhand unsere Weiterreise in die Landeshauptstadt organisiert. Von da aus soll es dann weiter nach Kambodscha gehen. Nach einer 12 stündigen Fahrt auf den unterhaltsamen Autobahnen in Thailand haben wir kurz vor Mitternacht Bangkok erreicht. Auf dem Weg hierhin haben wir nebst Hunden und Schweinen – die ungesichert auf den Ladeflächen von kleinen Personenwagen lagen – auch Affen gesehen die munter auf den fahrenden Autos rumgeklettert sind. Wir wurden an einer Autobahn Ausfahrt rausgelassen und – oh wunder – da warteten auch schon x Taxis auf die ratlosen Touristen. Natürlich wussten die das uns nichts anderes übrig blieb und haben uns zu ziemlichen Wucherpreisen in die Stadt gefahren. Wir haben im Lub d Hostel in Silom übernachtet. Das ist zum Glück weit weg von der berühmt berüchtigten Khao San Road. Nachdem ich einen Tag gegen eine Erkältung kämpfe und im Bett lag, nutzte ich den zweiten und letzten Tag in Thailand und habe das unbekannte Bangkok mit einem Einheimischen entdeckt. Nicht selten landete ich in einem Wohnzimmer von Thais weil ich mal wieder die Weggabelung verfehlt habe. Der Guide hat mir wunderschöne Tempel gezeigt und zum Schluss konnte ich sogar noch eine Fahrt auf den Klongs geniessen. Das ist ein raffiniertes Kanalsystem in Bangkok um den Strassenverkehr zu entlasten. Der Mix aus Kultur und Moderne hat mich in Bangkok fasziniert, der berühmte Kulturschock ist bei mir aber ausgeblieben, da ich schon länger in Thailand unterwegs war. Das nächste Abenteuer wartet aber schon auf mich. Morgen geht es nach Kambodscha.

Chee Chin Khor Tempel

Fazit

Thailand ist ein günstiges Reiseland. Allerdings habe ich das Transportsystem als sehr kompliziert und ermüdend erlebt. Auch die Thais sind mir mit der Zeit ziemlich auf den Zeiger gegangen mit ihrer aufdringlichen Art. Sobald ein Problem vorlag, konnten sie einfach kein Englisch mehr. Auch ist das Land aufgrund der günstigen Reisemöglichkeiten ziemlich überlaufen mit Touristen aller Art. Einsame Strände haben wir keine gefunden – und den Bachelor auch nicht. Vielleicht liegt es auch daran dass wir nur 14 Tage Zeit hatten, um das Land zu erkunden und vorwiegend Tipps von Freunden gefolgt sind, die uns zu renommierten Touristenzielen geführt haben. Gerne gebe ich Thailand aber in Zukunft noch eine zweite Chance.

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