Malaysia

Dieses wunderschöne Land hat mich bereits zweimal positiv überrascht. Während meiner Rucksackreise durch Südostasien im 2015 bin ich via Penang und Langkawi weiter Quer durch Thailand gereist. Im 2019 habe ich meine Sommerferien auf der Insel Tioman verbracht. Malaysia wird für mich immer in besonderer Erinnerung bleiben, denn es ist das erste Land, das ich bereise ohne die Sprache zu sprechen. Während meinem Aufenthalt in Singapur – eine Landessprache dort ist Malay – habe ich mir den Satz aus der U-Bahn gemerkt: „Berhati-hati di ruang platform“ was zu Englisch „Mind the gap“ heisst. Dumm nur, dass ich an keinem meiner Orte, die ich in Malaysia besucht habe, auf eine Metro gestossen bin. Und der Satz ist jetzt auch nicht unbedingt der Konversationsstarter. Am Flughafen in Penang war ich schonmal froh dass die Malayen die gleichen Buchstaben benutzen wie wir. Selamat Datang – Herzlich Willkommen!

Penang

Der Flughafen in Penang ist mega klein und sehr überschaubar. Das kleine Manndli am Zoll hat ganz streng meinen Reisepass begutachtet und befürchtete schon, dass mir böses schwant, denn ich habe kein Ausreiseticket. Aber dem ist das ziemlich egal und nach gründlicher Inspektion bekomme ich meinen Pass auch schon wieder zurück. Draussen wartet meine gute alte Freundin mit der Hostelbesitzerin. Ich habe mir nämlich vom Hostel ein Shuttle bestellt. Niemand geringeres als die Hostelbesitzerin selber hat mich abgeholt. Auf dem Rückweg zum Hostel hat sie uns nach den Reiseplänen gefragt und uns sogleich beim Ticketkauf für die Fähre nach Langkawi geholfen. Wir übernachten im Dreamcatcher Travellers Refuge, einem wunderschönen und liebevoll eingerichteten Hostel mit einer Hostelkatze. Wir haben für 1USD Aufpreis ein Zimmer mit Klimaanlage reserviert, dafür ohne Fenster. Wir sind aber verwöhnt und können das Vierbettzimmer zu zweit teilen. Ein kurzer Exkurs zum Badezimmer. In Asien ist es üblich dass der Duschkopf einfach irgendwo an der Decke im Badezimmer hängt. Meis genau oberhalb der Toilette weil die Wasserleitung dann keine Umwege machen muss. So ist es also möglich während dem Kacken sich die Haare zu waschen.

Nach dem Gepäck abladen spazieren wir los und erkunden die Stadt. Unser Ziel: möglichst alle der Street Art Kunstwerke zu finden. Die Mission ist jedoch schwieriger als gedacht. Die Strassen in Georgetown, dem Touristenviertel in Penang sind zu meinem Erstaunen alle geteert aber die Trottoirs sind etwas Lebensmüde, ab und zu fehlt einfach ein Stück und wer nicht schaut wo er hingeht kann böse ins stoglen kommen. Die Autos und Mopeds fahren auch alle ein bitzeli wie es sie dünkt. Unsere Hostelbesitzerin arbeitet abends auf dem Nachtmarkt und so haben wir dem Foodcourt dort einen Besuch abgestattet. Als Schweizerbünzli waren wir natürlich schon um 18.00h vor Ort. Wir waren die einzigen. In Asien ist es wie in Südeuropa, Znacht wird in der Regel erst so um 21.00h gegessen.

Georgetown
Streetart

Langkawi

Mit der Fähre geht es am nächsten Morgen weiter nach Langkawi. Während 2 Stunden tuckern wir gemütlich über den Ozean, während die Bootsbetreiber die Klimaanlage auf Hochtouren laufen lassen und Battleship in der Endlosschlaufe läuft. Auf Langkawi angekommen stehen die Taxibetreiber schon wie die hungrigen Spatzen auf dem Bootssteg und schreien aus Leibeskräften „Taxi taxi, cheap cheap!“ . Wir sind hungrig und verköstigen uns erstmal im Starbucks. Extrem unasiatisch, aber wir brauchen Internet und ein durchdachtes Vorgehen und mit hungrigem Magen geht das nun mal nicht. Nach einer Stunde wissen wir: es gibt keinen ÖV oder Tuktuks auf der Insel, wir müssen also ein Taxi nehmen. Die Taxipreise haben wir online recherchiert und haben somit einen Anhaltspunkt. Wir zahlen am Schluss trotzdem ein paar Fränkli mehr aber egal, die brauchen das Geld ja äuä dringender als wir. Das Zackry Guest House ist unser Daheim für die nächsten Tage.

Der Vorteil am Reisen zu zweit: wir übernachten oft günstiger wenn wir ein Doppelzimmer reservieren anstelle einem Mehrbettzimmer. Als ich auf das Foto gestossen bin war ich etwas überrascht, ich hatte die Unterkünfte sehr einfach in Erinnerung, aber auf dem Foto sieht das ganze nochmals ein Spürli heruntergekommener aus. Aber genau das ist das tolle wenn man jung ist. Ich hatte keine Erwartungen – daher wurden diese immer übertroffen und ich konnte so ziemlich überall schlafen.

Der Strand ist ganz in der Nähe und einfach wunderschön mit hellem und feinem Sand. Das Hotel direkt am Strand ist noch geschlossen, aber Liegestühle liegen bereits am Strand. Wir haben diese getestet und als gut befunden. Die Tage haben wir mit sünnelen, reden essen und Tee trinken verbracht. Ab und zu hat es immer wieder schwallartig geregnet. Daher haben wir den Rest der Insel nicht erkundet. Von Langkawi gibt es zwei Fähren nach Thailand. Die eine geht ans Festland nach Satun, die andere nach Ko Lipe. Da wir in der Nebensaison reisen können wir nur nach Satun weiter. Doch das Ticket konnte nicht zum Voraus bezogen werden, sondern erst am Morgen der Abreise. Der Schalter öffne um 8.00h, die Fähre startet um 8.30h. Wie das in Asien so ist; die Zeit ist lediglich ein Richtwert. Es heisst dass vor 8.30h bestimmt nirgendwo eine Fähre ablegt. Denn der Schaltermensch kam in seinen Flip Flops so um die 8.30 fängs gemütlich um die Ecke und hatte überhaupt keinen Stress beim Laden öffnen. Als der offen war verschwand er wieder und kam später mit einem Kafi & Zigarette wieder zurück. Die Fähre ist dann irgendwann nach 9.00h abgetuckert.

Tioman

Tioman ist für mich ein kleiner Geheimtipp. Eine wunderschöne Insel wo das Leben der Einheimischen noch authentisch ist und die Uhr ein bitzeli langsamer tickt. Die Insel befindet sich östlich von Malaysia im südchinesischen Meer. Zu erreichen ist sie mit Bus ab Singapur oder Kuala Lumpur und dann mit der Fähre ab Mersing oder Tanjung Gemok. Der Fährfahrplan wird aber immer erst einen Monat zum Voraus aufgeschaltet, da dieser den Gezeiten angepasst werden muss. Das Inselparadies hat pro Strand eine Anlegestation. Der Hauptort ist Tekek wo auch unsere Unterkunft liegt. Wir haben im Swiss Cottage Tioman übernachtet. Das Resort besitzt eine eigene Tauchbasis und wird von Verwandten meines Freundes geführt. Und entgegen dem Namen läuft dort weder Volkstümlich, noch laufen die Angestellten in Edelweisshemmli herum. Das Resort ist sehr einfach und sehr authentisch gebaut. Es besteht lediglich aus Bambuswänden und ist somit sehr ringhörig. Der Weg zur Yogaecke und zum kleinen Restaurant führt über Sand und unter Palmen durch. In den Baumkronen spielen Affen und auf den Wegen sind Warane am umäplegeren. Wir entscheiden uns für ein Dschungeltrekking – damit unsere eingerosteten und braungebrannten Knochen doch noch etwas Bewegung abbekommen. Hierfür fährt ein 4×4 Pick Up einmal quer über die Insel. Die Steigung beträgt teilweise 45% und meine Gudrun würde hier wieder hingertsi zrügg trolen. Aber der krasse Pick Up hat das natürlich im Griff. Wir sehen nebst diversen Chamäleons auch Vögel und lernen wie im Dschungel um Hilfe gerufen wird. Einmal werden wir von der Besitzerin spontan zu einem Kindergeburtstag eingeladen. Die Menschen hier wirken alle so glücklich und zufrieden obwohl sie nicht viel haben. Doch sie alle lieben das Inselleben. Den Dschungel im Rücken, das Meer vor der Nase, da könnte ich mich auch daran gewöhnen.

Direkt am Strand befindet sich ein riesiges Riff, welches grösstenteils intakt ist. Das Resort setzt sich auch dafür ein, dass umweltfreundliche Sonnencreme benutzt wird. Nebst einer Tauchschule gibt es auch eine Freedive-Schule. Freedive ist tauchen ohne Equipement. Alleine mit einer Taucherbrille und Neopren werden die Schüler ins Apnoe-Tauchen eingeführt. Die Tage verstreichen im Nu und als ich wieder in der Fähre Richtung Festland sitze ist für mich klar, ich komme wieder.

Fazit

Malaysia hat alles was Reisende und Touristen sich wünschen. Nebst einfachen und günstigen Unterkünften gibt es aber auch luxuriöse Prunkbauten. In diesem Land möchte ich noch einiges sehen, nebst Kuala Lumpur war ich auch noch nie in den Cameron Highlands oder auf der Halbinsel Borneo bei den Orangutans. Das Reisen findet in erster Linie per Bus und Fähren statt. Natürlich ist auch der Flieger eine Option. Die Einheimischen sind sehr herzliche und freundliche Menschen. Das Essen ist auch super, es gibt eine grosse Auswahl für Vegetarier und die Zubereitung ist nicht so scharf wie in den Nachbarländern. Malaysia, ich komme wieder.

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