Eine Woche, ein Mietwagen, ein Reisebuddy, eine Insel. Die aktuelle Situation drängt mich fast ein bitzeli dazu, den europäischen Kontinent zu erkunden. Doch eine Pauschalreise mit Badeferien ist dann doch eine Stufe zu Ordinär.

Palma

Das Abenteuer startet in Palma. Die Inselhauptstadt ist definitiv einen Besuch wert. Nebst der imposanten Kathedrale bietet die Stadt auch für Shoppingfans und Kunstliebhaber alles was das Herz begehrt. Die Sauberkeit in der Stadt macht mich etwas sprachlos. Jedes noch so kleine und quirlige Seitengässchen sieht frisch geputzt aus und wird von Blumen und Topfpflanzen geziert. Ich glaube sogar, dass ein grüner Daumen Voraussetzung für die Mieter ist. Denn in jedem Haus gibt es mindestens einen Balkon, der aussieht wie der Garten der Queen.

Viele der Gassen sind am Sonntag jedoch wie ausgestorben. Auch die Rambla gleicht so gar nicht seinem Pendant in Barcelona. Viele der Läden und Restaurants sind geschlossen. Am Montag ist die Stadt dann doch etwas geschäftiger. Mit dem Sightseeingbus geht es einmal quer durch die Stadt. Vom Schloss Bellver haben wir einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Allerdings hat auch das geschlossen. Wir verbringen die Tage mit Tapas essen, Marktbesuchen und geniessen einen Drink in unserem Hotel auf der Rooftop Terasse.

Port de Soller

Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen befindet sich Soller. Mitten im Tramuntana Gebirge an der Westküste Mallorcas ist das kleine Städtchen zu finden. Der Weg hierhin ist kurvenreich aber atemberaubend schön. Wer gerne den einfacheren Weg wählt, es gibt auch eine Autostrasse, welche direkt nach Soller führt. Hinter fast jeder Kurve versteckt sich eine verschlafene Ortschaft oder ein wunderschöner Aussichtspunkt auf das azurblaue Meer. Nebst Kurven gibt es auch Rennvelofahrer und zwar viele. Auf jede Kurve (und von denen gibt es verdammt viele) folgt mindestens ein Velofahrer der in horrendem Tempo obsi und noch schneller nitsi fahrt. Unser Leroy (Auto) wurde da ganz neidisch. Obwohl er erst 11km zurückgelegt hat, hatte er nicht den stärksten Motor. Er ist halt einfach kein Bergmarathonmeister.

Soller ist vor allem für sein härziges Züglein bekannt, welches von der Stadt in den Hafen runter fährt. am Hafen erwartet die Touristen eine wunderschöne Promenade mit vielen härzigen Restaurants und Shops. Der Ort ist geprägt von Oneway-Strassen, Fahrverboten und stozigen Högerlis. Wir kurven ziemlich lange umher bis wir ein Parkplätzli finden. Wir sind etwas stutzig ab den Menschenmassen hier, wobei die halb leeren Restaurants vermuten lassen, dass sich hier zu Glanzzeiten weitaus mehr Ferienwillige herumtummeln. Auch hier sehen wir sie wieder, einige wenige Partygänger die bereits morgens mit den Bierdosen am Strand sind und am Abend herausgeputzt auf eine grosse Party warten. Schon in Zürich am Flughafen haben wir eine gesellig Bande gesehen, die den jungen Morgen um 6:00h mit Bier begossen haben und am Flughafen in Mallorca ist ein Halbstarker mit einer angefangenen Flasche Hochprozentigem aus dem Flughafen spaziert.

Soller

Wir übernachten in Port de Soller direkt an erster Strandlage. Wir schlendern viel durch die Gassen, geniessen Tapas oder Trinken Wein. Natürlich lassen auch wir uns das Abenteuer mit dem alten Züglein nicht entgehen und fahren mit ganz vielen anderen Touristen in gemächlichem Tempo nach Soller. Die Stadt ist relativ klein aber weist ganz viel Charme auf. Irgendwo in einem Hinterhof geniessen wir ein Zmorge bevor wir weiter durch die Gassen schlendern.

Und jeder Sonnenuntergangfreudige Mensch weiss; Westküsten in aller Welt bieten Sonnenuntergänge über dem Meer an. Egal ob von der Rooftopbar oder einem Restaurant vor dem Strand, die farbenprächtigen Sonnenuntergänge sind einfach unfassbar schön. Wer nicht mehrere Tage hier verbringen möchte, was auf Dauer auch recht langweilig werden kann, sollte unbedingt einen Tagesausflug unternehmen.

Alcudia Beach

Eine wunderschöne Gebirgsstrasse mit wiederum vielen Fahrradfahrern führt uns weiter nach Alcudia. Was wäre Mallorca auch ohne Badeferien? Unser Hotel liegt direkt am Strand von Alcudia. Der hellgraue und puderzuckerfeine Sandstrand sowie das türkis blaue Meer überraschen mich positiv. Das Wasser ist angenehm warm, hat kaum Wellen und ist klar. Es gibt sogar einige Palmen und eine langgezogene Strandpromenade die bis ins geschäftige Örtli führt. Die Strände auf Mallorca sind alle öffentlich und somit gibt es keine ruhigen Abschnitte, welche nur für die Hotelgäste zugänglich sind. Zudem sind alle Strandabschnitte verbaut mit Appartements, Hotels, Restaurants und Shops. Daher nimmt die Dichte vom Fleischmärit im Laufe des Tages minütlich zu. Ich habe auch noch selten so viele wandelnde Sonnenbrände gesehen wie hier. Trotzdem ist die Abkühlung im Meer eine wunderschöne Wohltat. Ich habe das Meer so vermisst dass ich mir sogar einen kräftigen Schluck Salzwasser zu Gemüte geführt habe.

Alcudia Altstadt

Die Altstadt von Alcudia ist nicht direkt am Meer, aber in einem halbstündigen Fussmarsch gut zu erreichen. Auch dort gibt es sie, die vielen härzigen verwinkelten Gassen, die versteckten Tapas Bars und die härzigen Einheimischen. Note to ourselves: ein Restaurant mit frischen Paella zu finden ist eine Kunst. Meine Lieblingstätigkeit in der Altstadt; in einem der vielen Restaurants sitzen und die unikatösen Touristen beobachten.

Boattrip

Bereits zu Beginn der Reise stand fest; wir wollen einen Bootsausflug machen und die schönen Küsten, Buchten und Strände vom Meer aus sehen. Doch viele der Bootsausflüge wurden mit teilweise über 100 Personen durchgeführt und da ich Menschen in rohen Massen noch immer so verabscheue wie vor der Pandemie, kam das nicht in Frage. Mit etwas dealen haben wir uns dann mit zwei Bekannten ein Privatboot gechartert. Und das war definitiv die beste Idee. Während mehreren Stunden sind wir auf dem tiefblauen Meer herumgefahren.

Am Strand von Coll Baix haben wir eine Pause gemacht. Das Wasser war türkisblau und einfach unfassbar schön, ja gar schon pornös blau. Wir konnten sogar den Anker sehen, der mehrere Meter am tief auf dem Meeresboden lag. Zudem schwammen auch einige Verwandte aus Doris Familie umher. Es war einfach paradiesisch perfekt schön.

Fazit

Katalanisch hat absolut nichts mit Spanisch zu tun. Aber zum Glück haben die Menschen hier meinem bolivianischen Akzent angehört dass ich nicht aus Katalonien bin und haben das verständliche Spanisch gewechselt. Die Insel ist wunderschön und auch sehr vielfältig. Allerdings würde ich niemals mehr in der Hochsaison hierher kommen. Die Menschenmengen – auch wenn nur ein Bruchteil der sonstigen Touristen hier waren – waren einfach too much. Ich habe gerne einsame Strände. Die Einheimischen sind aber weitgehend mega flott und der Sommer war auch schöner als zu Hause. Der Regen war trockener und die Sonne war heisser.

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