Mexiko

Nach fast genau 19 Monaten satteln wir unsere Rucksäche wieder und verlassen Europa. Für zwei Wochen reisen wir mit dem Mietwagen durch Mexiko.

Cancun

Die Ankunft ist nicht ganz nach Plan verlaufen. Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann um 22.00h endlich gelandet und haben ziemlich viel Zeit bei der Immigration verplämperlet. Als wir um 23.00h den Mietwagen übernehmen wollten stand am Schalter lediglich eine Telefonnummer unter der – oh wunder – natürlich niemand erreichbar war. Nach einer weiteren guten Stunde telefonieren haben wir uns dann für eine überteuerte Sammeltaxifahrt ins Hotel entschieden. Das Vorhaben Mietwagen vertagen wir auf den nächsten Tag. Im Hotel dann das nächste Problem. Nach dem Check-in sind wir völlig übermüdet in einem Zimmer gelandet wo das Licht brannte, der Fernseher lief und ein Koffer am Boden war, auch das Bett und Badezimmer war nicht gemacht. Runter zur Rezeption, neuer Schlüssel, neues Glück. Das zweite Zimmer war zwar nicht mehr besetzt, jedoch auch nicht gereinigt. Badetücher lagen am Boden und das Bett sah aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Zudem hatte es noch Essensreste auf Tellern auf der Ablage. Wieder an der Rezeption haben wir dann ein Upgrade auf eine riesige Juniorsuite bekommen. Die war sauber und frei. Im Badezimmer haben wir uns beinahe verlaufen, so gross war es.

Holbox

Nach weiterem Theater haben wir dann endlich den Mietwagen übernommen und sind auf den mexikanischen Strassen gelandet – bis auf Schlaglöcher mitten auf dem Highway eigentlich ganz gäbig zum fahren. Nach gut 1.5 Stunden fahrt sind wir in Chiquila angekommen. Wir haben einfach den erst besten Parkplatz gewählt und beim Spaziergang zur Fähre dann festgestellt, dass wirklich alle dieselben Preise haben. Die Fähre brauchte nur rund 30 Minuten bis wir auf der Insel gelandet sind. Infolge der Regenzeit waren aber fast alle Strassen überflutet. Holbox hat nur Sandstrassen und kein Ablaufsystem. Somit bleiben die teilweise hüfttiefen Pfützen einfach bestehen bis die Sonne sie austrocknet. Unsere Unterkunft ist rund 3km weit weg und wir sind nicht wirklich scharf darauf unser Gepäck in die braune Sauce zu tünkeln. Also nehmen wir eines der vielen lustigen Taxis. Es gibt eine grosse Wand wo die Taxipreise nach Zonen aufgeteilt sind. Natürlich nennt uns der Fahrer einen anderen Preis der ungefähr 3x so hoch ist. Ich versuchte zu verhandeln aber es hatte keinen Sinn. Also haben wir in das saure Öpfeli gebissen und sind losgedüst.

Die nächsten Tage haben wir unter der holboxischen Sonne verbracht und einfach das Leben am Meer genossen und die Flugzeuge beobachtet. Es ist wunderschön wieder unterwegs zu sein und neue und exotische Länder zu erkunden.

Valladolid

Wir sind im wunderschönen Städtchen Valladolid angekommen. Zu unserem Erstaunen ist es nicht wirklich touristisch. Die Einheimischen sind alle sehr nett und zuvorkommend. Doch bereits hier happeret es ein bisschen mit dem Englisch und ich bin froh um mein Spanisch. Leider verbringen wir die nächsten zwei Tage auf und über der Klo-Schüssel. Bis heute denke ich jedoch dass wir uns einen Virus eingefangen haben denn wir haben nicht synchron sondern parallel den Krähen gerufen. Übrigens hat mein Spanisch sogar dazu gereicht in der Apotheke Kohletabletten zu besorgen und den verwirrten Pharmaassistenten zu erklären wozu ich die brauche.

Chichen Itza

Es gibt ja verschiedene Kategorien von Weltwundern. Während meine ungebildete Wenigkeit die Weltwunder der Antike nichtmal alle geografisch einordnen kann, weiss ich nun dass die Maya Ruinen von Chichen Itza zu den sieben Weltwunder der Moderne gehören. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber das hier ist mein allererstes Weltwunder und ich hatte trotz der 30 Grad im Schatten ein bisschen Hühnerhaut. Es ist einfach fantastisch selbst davor zu stehen. Allerdings ist die ganze Anlage komplett vertouristisiert. Es gibt ungefähr dreihundertachtundzwanzig Marktstände mit aufdringlichen Verkäufern und äuä vierzig mal so viele Touristen. Trotzdem war es sehenswert.

Bacalar

Ungefähr 50km vor der Grenze zu Belize liegt Bacalar. Der Ort befindet sich an einer Lagune. Viele Zenoten sind zusammengebrochen und haben diesen grossen Süsswassersee geschaffen. Dank der unterschiedlichen Tiefen der Zenoten hat die Lagune verschiedene Farben, es ist einfach ein Traum.

Wir machen eine Bootstour und lernen eine lustige und bunte Truppe an Leuten kennen. Während gut drei Stunden tuckert unser Boot gemütlich durch die Lagune und wir können an den verschiedensten Orten baden. In Bacalar ist es schwierig an die Lagune zu kommen. Entweder befindet sich die Unterkunft direkt am Wasser oder du verschaffst dir Eintritt durch eine Strandbar oder ein Restaurant. Der Ort selbst habe ich als gemütlich und wenig touristisch empfunden. Es gibt nur einen einzigen ATM der aber natürlich nicht funktioniert hat.

Wir erleben hier den Dia de Muertos. Das ist wie die Menschen hier allerheiligen Feiern und den Verstorbenen gedenken. Viel toller als Halloween in meinen Augen. Wir haben einen grossen Umzug erwartet und waren etwas enttäuscht dass es nur eine kleine Veranstaltung im Stadtzentrum war. Recherchen von einer Freundin haben ergeben, dass der grosse Umzug in Mexiko City erst seit dem James Bond Film mit Daniel Craig stattfindet.

Dzibanche

Fragt mich nicht wie man das korrekt ausspricht. Das Wort ist Maya und selbst die Mexikaner verrenken sich den Kiefer. Und da sagen alle immer „Chuchichäschtli“ sei schwer auszusprechen. Der Eigentümer vom Hotel im Bacalar ist erste Sahne. Er geht jeden Morgen beim Frühstück von Tisch zu Tisch und gibt allen tolle Tipps für Ausflüge. Uns hat er diese absolut untouristische Tempelruinen mitten im Dschungel empfohlen. Gut 1.5 Stunden sind wir durch die Pampa gefahren bis wir mitten im Dschungel auf einem kleinen Parkplatz mit 3 Autos zu den Tempelruinen von Dzibanche kamen. Die mystische Anlage, welche komplett überwachsen und fest im Griff von Mutter Natur ist, erinnert mich ein wenig an das Dschungelbuch. Eine wenig besuchte und ursprüngliche Touristenattraktion ist in der heutigen Zeit schwer zu finden, so habe ich die lauten Urwaldgeräusche, die nach einem Tier klangen das ziemlich hangry ist, als fake abgetan. Der Ranger hat mich dann aber eines besseren belehrt. Brüllaffen seien das die hier in den Baumkronen sitzen und mit ihren bestialischen Lauten ihr Revier markieren.

Tulum

Der letzte Stop der Reise und gleichzeitig auch mein Highlight. Bereits zum Voraus habe ich mich auf die paradiesischen Strände und das gemütliche Flair gefreut. Entsprechend enttäuscht war ich ab den Menschenmassen und den Preisen hier vor Ort. Auch viele der Einheimischen waren hier nicht annähernd so freundlich wie im Rest der Yucatan Halbinsel. Hat wohl einfach mit dem Massentourismus zu tun. Was hier an Touristen und digitalen Nomaden abhängt ist kaum zu übertreffen. Im Dezember bis Februar sollen die Strände noch voller sein. Die Zufahrtstrasse zum Strand zumindest war bereits hier rappelvoll mit Autos, Velofahrern und rasenden Taxifahrern.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich noch selten ein so schönes Meer gesehen habe. Weisser Sandstrand erstreckt sich über gut 4km bis hin zu den Ruinen von Tulum und bei blauem Himmel schimmert das Meer in verschiedenen Türkis- und Blautönen.

Playa Paraiso

Wir nächtigen in diesem kleinen und einfachen Bungalow direkt am Strand. Wer denkt das war ein Schnäppchen, weit gefehlt, hier zahlst du klar die Location. Ein heftiger Regensturm hat dann dazu geführt dass unser Zimmerli überschwemmt wurde – mein Rucksack stand da schön am Boden und hat zusammen mit den Kleidern schön das Wasser aufgesogen während ich dem Regen gelauscht habe. Die Kleider waren auch bei Ankunft in der Schweiz noch feucht und nüechteleten so richtig omnomnomn.

Bei schönem Wetter war es aber ein Traum. Die Liegestühle boten Aussicht aufs Meer und zum Einschlafen – da die Hütte ja nicht ganz dicht ist – habe ich das Meeresrauschen gehört. Zudem waren wir wohl die einzigen die länger als eine Nacht geblieben sind, so hat uns der liebe Manu von der Strandbar auch mit Leckereien verwöhnt, die nicht auf der Speisekarte waren und gab Mezcal aufs Haus aus.

Zenote Zacil-Ha

Wer in Mexiko ist muss natürlich auch eine Zenote besuchen. Nachdem die hoch angepriesene Zenote in Chichen Itza aber eher einem Pschüttloch als einer Frischwasserquelle glich, hat die hier alles übertroffen. Etwas ausserhalb von Tulum ist diese wunderschöne Zenote. Wer aber ein Wasserloch inmitten der Natur erwartet wid enttäuscht sein. Rundum ist ein Campingplatz und ein kleiner Wasserpark. Trotzdem hatten wir dieses Bijoux zeitweise für uns alleine. Einfach ein Traum.

Fazit

Zum Abschluss haben wir noch eine Nacht in der Zona Hosteleria in Cancun verbracht, weil es dort nicht mehr weit ist zum Flughafen. Wir sind in einem amerikanischen Clubhotel gelandet und es war besser als jede Reality-TV Show. Während drei Junggesellen um die Aufmerksamkeit einer Frauengruppe gekämpft haben, hat der Rest der Partie an der „Make your own Margarita“ Veranstaltung teilgenommen. Es wurde fleissig gelacht, geflirtet, getanzt und natürlich getrunken. Herrlich.

Die Strände, der Dschungel und viele Mexikaner sind einfach wunderbar und vielfältig. Auch der Mietwagen hat sich als sehr nützlich erwiesen um ursprüngliche Tempelanlagen und nicht überfüllte Zenoten anzuschauen. Natürlich wäre unsere Reise auch mit dem Bus möglich gewesen, doch durch den Mietwagen hatten wir mehr Freiheiten und im Nachhinein war es wirklich eine gute, wenn auch nervenaufreibende, Idee.

1 Kommentar zu „Mexiko

  1. Das erinnert mich an unsere Australien Reise. Mit Camper die Ostküste abgefahren. Noch zu pre Kinder Zeiten. Alles Liebe Ketoqueen

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