Galapagos

Das Naturparadies der Galapagosinseln liegt isoliert und rund 1000km vom ecuadorianischen Festland entfernt. Fast alle Tiere, die hier leben, sind endemisch. Die Tiere leben nur hier auf den Galapagos und sind sonst nirgendwo in der Welt zu finden.

Anreise

Der Flug von Amsterdam nach Quito dauert knackige 12 Stunden. Plötzlich sind wir im Landeanflug über Quito. Saftgrüne Wiesen und Wälder sind sichtbar und ab und zu streifen wir fast einen der hohen Berge. In Quito angekommen sind wir angenehm überrascht wie modern, klein und ruhig das Flughäfeli ist. Da heute kein Flieger mehr nach Galapagos fliegt, übernachten wir am Flughafen. Am nächsten Morgen geht die Formularjagd los. Zuerst holen wir das Permi für die Inseln ein und zahlen 20 USD. Am nächsten Schalter zeigen wir das Permi, unsere Impfdokumente und beim letzten Schalter lassen wir unser Gepäck röntgen – schliesslich dürfen keine Keime eingeführt werden. Nun endlich dürfen wir weiter zum Check-in. Über die Anden fliegen wir hinaus ins offene Meer bis mitten im Nichts 4 Inseln auftauchen. Die Landschaft ist karg und ein Mix zwischen Wüste, abgebrannt und exotisch. Das Meer ist tiefblau.

Santa Cruz

Der Flughafen befindet sich auf Blatra, somit muss nach Ankunft ein Bus und eine kleine Fähre genommen werden. Die Ankunft auf Santa Cruz ist dann sehr authentisch, bereits auf dem Steg zum Pier liegen die ersten Seelöwen und hängen ihre Büder an die Sonne und zwicken ein Schläfchen. Weitere 45 Minuten später erreicht unser Bus Puerto Ayora, der Hauptort auf Santa Cruz. Hier steppt der Bär. Zumindest wenn nicht gerade eine Pandemie die Welt in Atem hält. Unser Hotel liegt etwas ausserhalb und der Rezeptionist hat das Arbeiten definitiv nicht erfunden. Aber er ist freundlich und hilfsbereit, das wertet die Unterkunft auf. Am nächsten Morgen dürfen wir unter Anweisung der härzigen Köchin sogar die Patacones zubereiten. Spanisch sprechen lohnt sich definitiv!


Tortuga Bay

Rund eine Stunde von Puerto Ayora entfernt liegt der Tortuga Bay. Ein schöner Wanderweg führt durch die vielen Kaktusbäume und Palmen zum weissen Sandstrand. Der ist voll von Iguanas. Die riesigen Echsen sind einzig und allein auf den Galapagosinseln zu finden und werden bis zu einem Meter lang. Und ja sie sehen etwas „gfüürchig“ aus. Aber ihren tollpatschigen Laufstil macht sie sehr sympathisch.

Galapagos Schildkröte

Bereits auf dem Weg von der Fährstation nach Puerto Ayora sah ich plötzlich eine grosse Schildkröte am Strassenrand. Unser heutiges Ziel ist das Giant Tortoise Reserve mitten auf der Insel. Es ist das Zuhause der unzähligen Riesenschildkröten. Auf ungefähr halber Strecke spaziert plötzlich eine riesige Schildkröte über die Strasse. Wir sind völlig am eskalieren und bitten den Taxifahrer anzuhalten, damit wir ein Foto schiessen können. Er war nicht halb so aus dem Häusschen wie wir – ist wohl wie wenn hier eine Katze über die Strasse rennt. Einfach viel langsamer. Mit weniger Haaren und einigen Kilos mehr. Die Männchen sind fast doppelt so gross wie ihre weiblichen Artgenossen und können bis zu stolzen 400kg Kampfgewicht schwer werden. Im Reserve chillen einige der Schildkröten das Leben auf dem Wanderweg. Da wir nicht wirklich auf eine Konfrontation aus sind tapsen wir mit unseren hochwertigen Wander-Flip-Flops gekonnt durch das Dickicht. Flip Flops sind keine Wanderschuhe.

Bay Tour

Mit einem kleinen Boot stechen wir in See und schauen uns die Bucht um Puerto Ayora an. Von einem Aussichtspunkt aus sehen wir dieses natürliche Haifischbecken. Die Riffhaie – seien übrigens alles Vegetarier – sind gerade im Mittagsschlaf. Ich möchte trotzdem nicht ins Wasser gumpen. Mit von der Partie auf dem Fischkutterli sind auch zwei Ecuadorianer die beide mal in Österreich gelebt haben. Zuerst war die Unterhaltung sehr aufschlussreich doch nach dem fünfzehnten Foto von uns haben wir dann die Nase voll und wurden unfreundlich. Wenn wir für jedes Foto, das fremde von uns gemacht haben, einen Franken bekommen hätten, so hätte uns die Reise wohl nichts gekostet.

Zusammenleben

Die Galapagos Inseln sind kein Schnäppchen. Sie reissen ein tiefes Loch in das Budget vieler Backpacker. Und trotzdem sind Sie eine Reise wert. Allein der Flug hin und zurück kostet an die CHF 400. Die Eintrittsgebühr beträgt weitere CHF 120 und auch die Unterkünfte und die Ausflüge sind nicht billig. Aber hier wird auf die Tiere und die Umwelt geachtet. Galapagos ist der erste vollständig ökologische Flughafen der mit Solarenergie betrieben wird. Niemand darf die Tiere füttern oder näher als 1.5 Meter an sie heran gehen. Ebenfalls das Berühren der Tiere ist verboten. Weil die Menschen so gut auf die Tiere aufpassen, haben sie keine Angst und fläzen mitten im regen Treiben neben dem Flughafen. Dieser Seelöwe ist auf dem Steg zwischen uns und unserem Boot eingeschlafen. Also haben wir einfach gewartet. Doch so Seelöwen schlafen gefühlte 23.5 Stunden am Tag. Mit Klatschen hat der Guide ihn geweckt und etwas widerwillig ist er dann ins Wasser troolet.

Blaufusstölpel

Im Vorfeld habe ich viele Fotos der exotischen Vögel gesehen. Wie das so oft mit wilden Tieren ist, habe ich spätestens nach der erfolglosen Bärensuche in Kanada meine Ansprüche gesenkt. Doch völlig unerwartet habe ich auf der Erkundungstour durch die Bucht von Puerto Ayora einen Blaufusstölpel gesehen. Trotzdem habe ich mich für einen Ausflug auf Seymour Norte entschieden. Die kleine Insel in der Nähe vom Flughafen wird nur von Vögeln bewohnt. Hier nisten die Blaufusstölpel neben Fregattavögeln und Albatrossen. Es leben hier an die gefühlte tausend Vögel. Entsprechend vollgeschissen ist die Insel. Die Bluefootboobies, wie die Blaufusstölpel auf Englisch genannt werden, haben einen lustigen Paarungsakt. Das Weibchen gibt den Ton an und das Männchen muss im wahrsten Sinne des Wortes nach seiner Pfeife tanzen. Unser Bootli mit 15 Personen ist das einzige während dem ganzen Aufenthalt.


Fazit

Nebst Santa Cruz sind auch die Inseln Isabela und San Cristobal bewohnt und touristisch erschlossen. Wir sind aber lediglich auf Santa Cruz geblieben. Wer einen seefesten Magen hat kann auch eine kleine Kreuzfahrt machen. Besonders Taucher und Ornithologen kommen auf ihre Kosten. Es werden auch die kleinen und abgelegenen Inseln erkundet. Die 5 Tage auf Galapagos waren wohl die teuersten meines Lebens aber sie waren jeden Franken wert.

Eine Antwort zu „Galapagos”.

  1. Avatar von Kerstin Sniegula
    Kerstin Sniegula

    Da würde ich gerne mal hin fliegen

    Gefällt mir

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