Ecuador Festland

Nach den atemberaubenden Galapagos Inseln geht die Reise weiter aufs Festland. Von Quito aus geht es Richtung Süden bis nach Baños. Mit dem Rucksack sowie dem lokalen Bus reisen wir abenteuerlich von A nach B und übernachten in Hostels.

Quito

Vom überschaubaren Hafenort Puerto Ayora auf den wunderschönen Galapagos Inseln direkt in die 2 Millionen Metropole nach Quito. Was für ein Kultur- und Klimaschock. Bei strömendem Regen fährt unser Taxi rund eine Stunde durch den Verkehr auf das Hochplateau wo sich die Stadt auf rund 2600 Metern über Meer befindet. Unser Hostel hat eine wunderschöne Dachterrasse aber leider keine Heizung was bei 7° Grad Aussentemperatur und der Feuchtigkeit eher suboptimal ist. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Unser Zimmer befindet sich auf der untersten Etage, hat kein richtiges Fenster und ist sau kalt. Die Stadt selber ist sehr gefährlich. Der Taxifahrer, die Leute im Hostel und auch die Einheimischen im Bus haben uns gewarnt. Bei Dunkelheit ist es draussen zu gefährlich. Da hilft nur noch schlafen und hoffen, dass morgen ein besserer Tag anbricht.

Otavalo

Natürlich treffen wir mitten in Ecuador per Zufall ein Mädchen aus dem Nachbardorf. Gemeinsam reisen wir mit Uber, öffentlichem Bus und einem Camionetta durch den Norden von Quito. Der erste Halt ist der Otavalo Markt. Einer der grössten in ganz Südamerika. Unter der Woche ist er aber überschaubar und in unserem Fall fast menschenleer. Wir märten um die schönsten Textilien und Schmuck. Die Einheimischen ermutigen uns sogar dazu. Am Nachmittag brauchen wir jedoch Natur und machen uns auf den Weg zum Cuicocha Kratersee auf rund 3500 Meter über Meer. Der Busfahrer erklärt, dass er nur bis zum rund 5km entfernten Dorf fährt und wir von da ein Camionetta nehmen müssen. An der Bushaltestelle kommt auch schon so ein Pick-Up gefahren. Camionettas sind nicht öffentlich als solche gekennzeichnet; keine Ahnung wie wir ein solches ohne Hupen vom Busfahrer hätten finden sollen. Wir verhandeln einen Preis und setzen uns hinten auf die Ladefläche und düsen los. Oben angekommen wandern wir rund eine Stunde durch die wunderschöne Natur und geniessen die Sicht auf den Kratersee, die grüne Landschaft und die vielen Vulkane.

Mitad del Mundo

Wer in Quito ist, darf sich einen Besuch beim Mitad del Mundo, auf der Äquatorlinie, nicht entgehen lassen. Das Monument dient allerdings nur zu touristischen Zwecken und der wahre Meridian verläuft beim Museeum nebenan. Dort haben wir diverse Tests gemacht. Die Gravität auf der Äquatorlinie ist wirklich nicht dieselbe wie auf der nördlichen oder südlichen Hemisphäre. Das Wasser läuft beispielsweise nicht auf beiden Hemisphären denselben Weg in den Abfluss und auf dem Äquator haben wir wegen der Gravität weniger Kraft. Ich finde es mega imposant gleichzeitig in beiden Hemisphären zu stehen.

Cotopaxi

Mit einem fetten Lächeln im Gesicht haben wir Quito hinter uns gelassen um in das wohl schönste Hostel mitten in der Natur aufzubrechen. Das Secret Garden Cotopaxi ist definitiv ein Must in Ecuador. Mitten im Nichts befindet sich das mit Liebe gemachte Hostel wo sich jeder sofort wie zu Hause fühlt. Während die Crew verschiedene Wanderungen organisiert und uns den ganzen Tag bekocht, führen wir die spannendsten Gespräche mit Reisenden aus aller Welt. Abends sitzen wir am Kaminfeuer und erzählen uns Reisegeschichten oder machen uns über den Namen Wankdorf lustig. Ich liebe es mit anderen Reisenden über die Werte im Leben zu diskutieren und von ihren Reiseplänen zu hören. Mit 6 Wochen Reisezeit fallen wir etwas von der Runde ab. Viele sind 3 – 6 Monate unterwegs, einige sogar ein ganzes Jahr.

Puyo

Während meine Reisefreundin auf den Cotopaxi klettert, reise ich weiter in wärmere Gefilde Richtung Amazonas. Am Eingang zur grössten Lunge unserer Welt verbringe ich einen Tag mit einem aufdringlichen Tourguide und einem noch aufdringlicheren Fahrer und einer Gruppe Fabrikarbeiter aus Venezuela sowie zwei Deutschen, die kein Wort Spanisch sprechen. Das getaktete Tagesprogramm wird in schnellem Spanisch runtergerappelt. Dabei fragen mich die beiden Deutschen immer wieder, was der Guide denn gerade erzählt hatte. Nach einem lehrreichen Spaziergang durch den Dschungel gibt es Mittagessen – hierbei erzählt der Guide dem Restaurantbesitzer, dass ich die zukünftige Frau seiner Kinder sei. Als ich die beiden Deutschen Reisegenossen frage ob sie einfach so tun könnten als ob wir gemeinsam reisen weil es sehr unangenehm war mit der ganzen Flirterei meinten die nur, dass sie noch nie angegraben wurden und sie mich jetzt also nicht ganz verstehen. Die beiden sind mit 2 Metern doppelt so gross wie die meisten Ecuadorianer und mit ihren zarten 18 Jahren jetzt auch nicht gerade laufende Hemsworth Brüder, an der sich alle die Augen ausgaffen.

Baños

Nach einigen Tagen bin ich froh, wieder mit meiner Reisepartnerin vereint zu sein. Obwohl Südamerika ein katholischer Kontinent ist, fallen wir Gringos einfach auf. Viele der Flirtereien sind auch harmlos aber ab und zu ist es dann doch unangenehm und einfach nervig. Heute geht es mit dem Fahrrad der Strasse entlang durch die Täler durch Dschungel und vorbei an Wasserfällen. Der Auspuff der meisten Lastwagen ist auf der Seite genau auf Kopfhöhe. Der Fahrstil der Ecuadorianer ist aus der veloischen Perspektive noch viel lebensmüder als vom Beifahrersitz im Auto. Unsere Velos sind für einheimische Verhältnisse ziemlich gut beisammen. Nach einem Tunnel und einer CO2 Intoxikation mittleren Grades, schmeisst uns doch einer tatsächlich noch eine Bananenschinti vor die Nase aus dem fahrenden Auto. Was für ein Mariokart Moment.

Fazit

Ecuador war nie auf meinem Schirm, immer schien dieses Land so exotisch und weit entfernt. Doch nun sitze ich hier auf einem Stein in der Schlucht vor dem Amazonas, atme die tropische Luft ein und kann mein Glück kaum fassen. Ecuador ist lecker, die Leute sind hilfsbereit, freundlich und sprechen ein Spanisch, das auch Gringos mit Sprachlevel A1 verstehen. Die Währung ist der USD, was mühsames Umrechnen erspart. Die Landschaft ist so vielfältig. Von Hochplateaus und immergrünen Landschaften auf 2000 Metern geht es durch karge Landschaften bis zu 6000 Meter hohen Vulkanen die mit Geltschern bedeckt sind weiter bis zum Dschungel und ans Meer. Ecuador ist definitiv ein Besuch wert. Hasta luego!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s