120 Stunden in New York

Für fünf Tage bin ich im Mai 2022 nach New York geflogen. Vor zehn Jahren war ich schonmal im Big Apple, damals jedoch nach einer Rundreise durch Kalifornien und entsprechend reisemüde. Diesmal war ich voller Neugierde und Tatendrang. Gerne erzähle ich euch von den „Must Sees“ und meinen Eindrücken von der Stadt.

High Line

Unser Hotel befindet sich in Korea Town, nur eine Strasse neben der Penn-Station. Die zentrale Ausgangslage ist ideal um die Stadt zu Fuss zu erkunden. So sind wir auch gleich am ersten Morgen zu Fuss zum Madison Square Park wo erstmal gesund gefrühstückt wird. Wir haben uns Banane und Vollkornbagel to-go geholt bei Dunkin‘ Donuts. Der Park ist auch gleich neben dem Flat Iron Building. Von dort spazieren wir gefühlte vierhundert Querstrassen zum Chelsea Market, der Heimat von vielen Leckereien und teuren Boutiquen ist. Schliesslich müssen die Ladenbesitzer ja auch die völlig teure Miete bezahlen somit ist der Preis gerechtfertigt. Gleich um die Ecke befindet sich die High Line, eine schöne urbane Überführung welche von der Rooftop-Bar „The Edge“ bis zur 14 Strasse führt. Von da schlendern wir durch die High Line und dann am Hudson River entlang bis zum Ground Zero. Diesmal ist kein Flugzeug auf dem Fluss notgelandet.

Brooklyn Bridge

Bevors über die Brooklyn Bridge geht, lassen wir noch die Wall Street auf uns wirken. Nebst vielen Sicherheitsvorkehrungen (vor allem vor dem Trump Tower) und Baustellen fallen mir auch viele teure Anzüge an gestressten Menschen auf. Wir hören sogar ein Telefongespräch wo ein wichtig aussehender Geschäftsmann gerade jemanden zusammenstaucht. Er benutzt in den 30 Sekunden, die ich vom Gespräch mithöre, rund 95% Schimpfwörter. Böse Schimpfwörter. Wir lassen das stressige Viertel hinter uns und schlendern Richtung Brooklyn Bridge. Läck bobi hat das viele Menschen hier. Aber wie überall wo Amerikaner sind, hat es nur auf den ersten Metern viele Menschen. Sobald der Weg mal weiter ist teilt sich die Spreu vom Weizen und die Menschen werden weniger. Die Brücke hat es in sich und ist doch ziemlich lang. Der Fussgängerweg führt über die Autos und daher ist eine wunderschöne Aussicht auf die Skyline garantiert. Wir spazieren bis hinüber nach Brooklyn und geniessen den Hudson River am Pebble Beach. Es ist gerade Abschlusszeit und überall sind College-Studenten in ihren farbigen Overalls und den lustigen Hütchen zu sehen. Während einige härzige Fotos machen mit ihren Liebsten, haben andere ein professionelles Fototeam zusammengestellt mit Blitzbeleuchtungen und machen das „perfekte“ Foto für das Fotoalbum oder für die sozialen Medien, welche sie dann äuä mit dem Hashtag #schnappschuss betiteln.

Liberty Island

Wer die Freiheitsstatue von nahem sehen möchte, der nimmt entweder die Stenton-Island Fähre oder entscheidet sich für die touristische Variante und fährt zu Liberty Island und zur Ellis Island. Unterwegs auf dem Wasser können wir den Lärm der Stadt mal hinter uns lassen. Es tut gut den Wind im Gesicht zu spüren und die Skyline vom Schiff aus zu beobachten. Übrigens war Ellis Island damals der Hafen wo alle Einwanderungsschiffe angekommen sind. Weitgereist wie meine Familie ist *ironie.aus* ist natürlich auch mein Nachname im Buch vertreten. Denn in der Emigrationszeit in der Schweiz ist ungefähr die Hälfte meiner Vorfahren in die USA und Argentinien ausgewandert. Daher gibt es auf der ganzen Welt verteilt mehr von uns als in der Schweiz.

Rockerfeller Center

Ich war während meinem ersten Besuch hier auf dem Empire State Building. Rund 2.5h habe ich damals in Schlangen gewartet bis ich endlich auf der Aussichtsplattform ankam. Hätte ich die Treppe in den 86. Stock genommen, ich wette ich wäre in der Hälfte der Zeit oben gewesen. Das Plagieren ist da schon dabei. Diesmal ist die Wahl auf den Rockerfeller Center gefallen. Wir müssen zwar auch ein Schützi warten aber nach rund 30 Minuten sind wir oben angekommen. Aber wir sind nicht die einzigen, ganz New York und gefühlt auch der Rest der Welt ist hier oben. Ich kann es aber den Touristen auch nicht vergönnen, schliesslich sind wir hier zum Sonnenuntergang. Die Aussicht ist auch wunderschön. Nebst der kompletten Skyline sehen wir auch den Central Park und im Hintergrund fast den Eiffelturm ;-).

Central Park & Harlem

Natürlich darf ein Besuch im Central Park nicht fehlen. Mit der Metro fahren wir bis ans nördliche Ende und spazieren dann einmal quer durch den Park. Übrigens kostet ein Single Ticket mit der Metro nur 2.75$, egal ob die Fahrt 2 oder 20 Stationen weit geht. Die Fläche von diesem Park ist surreal. Er ist riesig und trotzdem sehen wir überall die Wolkenkratzer und hören gedämpft den Verkehr aus der Stadt. In diesem Park gibt es gefühlt nur Jogger. Jeder joggt, oder walkt hier und ich sag euch das ist ein Augenschmaus für Menschenbeobachter. Am Vorabend waren wir auf einer sehr authentischen Jazztour durch das Harlem Quartier, nördlich vom Central Park. Mit einer sehr passionierten Jazz-Sängerin/Fan/Groupe sind wir durch das Viertel spaziert, haben viel über die Geschichte vom Jazz und New York gelernt und sind in zwei authentischen Jazzbars gelandet. Ein echt toller Ausflug.

Fazit

Im Nachhinein gesehen war der Städtetrip wirklich erlebnisreich. Aber im Moment als ich dort war fühlte ich mich die ganze Zeit über gestresst. Überall waren riesige Gebäude, lauter Verkehr und viele hektische Menschen deren Stress auf mich abgefärbt hat. Böse Zungen munklen sogar, dass sich mein Gehtempo in diesen 5 Tagen verdreifacht hat. Trotzdem war es schön und auch interessant, dieselbe statt 10 Jahre später nochmal zu entdecken. Damals war es meine erste richtige Reise und heute bin ich doch wesentlich reiseerfahrener und betrachte alles mit ganz anderen Augen und bemerke vieles, was mir im 2012 gar nicht aufgefallen ist. Die Ratten am frühen Morgen gehören genauso zu New York wie das gehupe der Autos und die Artenvielfalt an Menschen. In New York kannst du anziehen was du willst und du wirst nicht auffallen. Schade nur, dass es jetzt wieder nach Hause geht, wo ich doch absolut bereit für ein Roadtrip-Abenteuer wäre.

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