Malta Perle im Mittelmeer

Im Frühling 2022 geht es für ein paar Tage nach Malta. Entspannen und Entdecken ist der Plan. Umgesetzt wird vor allem zweiteres, denn die Insel hat mehr zu bieten als ich anfänglich dachte.

St. Pauls Bay

Unser riesiges Pauschalurlaub-Hotel, wie wir es liebevoll nennen, ist in St. Pauls Bay im Ort Bugibba direkt am Meer. Sandstrände gibt es auf Malta kaum, vieler Orts ist das Meer über eine Leiter über die Klippe erreichbar. Dafür ist das Wasser absolut atemberaubend schön und klar. Wir buchen die Unterkunft nur mit Frühstück. Der Frühstücks-Saal ist vollbepackt mit Menschen. Tisch an Tisch sitzen sie und überall spazieren typische Badeurlauber mit ihren Flip Flops und den Sonnenbränden vom Vortag herum. Anhand vom Tellerinhalt kann die Nationalität erahnt werden. Croissant-überladene Teller gehören unseren französischen Nachbarn, die grusigen roten Bohnen und Würstli werden von Engländern verspiesen und die Toastbrotscheiben mit Anken und Gonfi sind die Topseller unserer Landesgenossen. Nach dem Frühstück ist meine tägliche Dosis an Pauschalurlaub überschritten und wir machen uns mit dem Bus auf den Weg um die Insel zu erkunden.

Dingli Cliffs

Gleich neben dem Hotel ist ein Busbahnhof und von da aus kommen wir praktisch überall hin. Der Fahrplan entspricht nicht ganz der Realität, Busse Fahren wie es eben gerade passt. Wir fahren zu den Dingli Cliffs, und machen es untouristisch: während alle bei der offizell gekennzeichneten Haltestelle aussteigen, fahren wir bis zum Ende. Da die Stationen auf Google Maps nicht ganz kongruent sind mit denen der Busgesellschaft, werden wir irgendwo im Hinterland neben einer Mülldeponie abgeladen. Wir gurken also den ganzen Weg zurück zu den Klippen und geniessen den Ausblick auf das weite Meer und das ganz ohne andere Menschen. Wir befinden uns übrigens gerade auf dem höchsten Punkt von Malta. Es ist einfach wunderschön da. Wir spazieren die gut 3km zurück zum Ausgangsort und belohnen uns noch mit den besten Erdbeeren die ich je gegessen habe.

Mdina

Nicht Medina und auch nicht eine Stadt in Marokko sondern Mdin auf Malta. Die Malteser – ich werde mich ab jetzt immer als Kannibal fühlen wenn ich die Schokodinger esse – haben nämlich eine kulturell vielfältige Vergangenheit. Das ist nicht nur an der lustigen Sprache zu erkennen sondern auch an der Architektur und der Geschichte. Mdina war die frühere Hauptstadt. Dank der erhöhten Lage hatten die jeweiligen Herrscher einen sehr guten Rundum-Blick. Die Römer, die Mauren und auch die Franzosen und zuletzt die Briten hatten ihre Allerwertesten mal hier auf der Insel geparkt und der kleine Landfleck regiert. Es gibt somit auch ganz viele Überbleibsel von Stadtmauern. Denn die einen mochten die Hauptstadt grosszügig und die anderen lieber klein und überschaubar. Mdina ist voll von härzigen kleinen Gässlein und mit etwas Glück findest du sogar ein härziges Restaurant mit Blick über die Insel.

La Valletta

Eine weitere pittoreske Fahrt durch die Insel führt uns in die Hauptstadt La Valletta. Alles ist aus wunderschönem hellen Stein angefertigt und die Strassen der Innenstadt sind sehr sauber. Die Stadt ist vom blauen Meer umgeben und einfach nur schön. Wir machen eine kleine Hafenrundfahrt zu den 3 Städten. Wir sind die einzigen Passagiere und der Kapitän erklärt uns, dass die Kulisse hier Schauplatz von so vielen berühmten Filmen wie Troja ist. Ich habe danach eben nicht mehr zugehört weil ich mir schon Orlando Bloom vorgestellt habe wie er oben ohne mit leicht verschwitztem Oberkörper (die Trojaner hatten ja fast nie ein Hemmli an) leichtfüssig durch die Stadtmauer springt wie Legolas. Offenbar sind während den Filmproduktionen die Frauen der Insel immer alle im Fort Ricasoli und begaffen die schönen Männer. Ich wage jedoch zu behaupten, dass auch der ein oder andere Malteser durch die Stadtmauer „glüüslet“ hat als Angelina Jolie letztes Jahr hier war und einen neuen Film gedreht hat.

Marsaxlokk

Mit dem Bus geht es weiter nach Marsaxlokk. Die Malteser sprechen zwar als zweite Landessprache auch Englisch, aber Maltesisch ist relativ schwierig zum verstehen. Es ist ein Mix aus Deutsch, Englisch, Arabisch und noch ein paar anderen Sprachen. Die Wörter hier sind alle voll mit unaussprechbaren Konsonanten die aneinander gereiht sind. Der oben besagte Ort klingt für mich auch nach dem dritten mal in der Busdurchsage wie Marsa****loch. Das kleine Hafenstädtli hat malerisch schöne Häuser und Boote. Nebenan gibt es auch einen Markt wo frische Fische und anderes verkauft werden. Einfach schön. Besonders in der goldenen Stunde vor Sonnenuntergang taucht das ganze Dörfli in ein goldenes Licht und strahlt einfach nur.

Blue Lagoon & Gozo

Was ist ein Besuch auf Malta ohne die Blaue Lagune. Wir begeben uns mit einer organisierten Reise – Preise vergleichen lohnt sich hier – zur blauen Lagune und nach Gozo. Mit dem Bootli scheppern wir los und das Wasser ist einfach unfassbar schön. Die Blaue Lagune befindet sich vor der Insel Comino zwischen der Hauptinsel und Gozo. Das Wasser ist türkisfarben und kristallklar. Vergleichbar mit dem Wasser auf den Philippinen. Natürlich finden das nicht nur die Touristen super sondern auch die ca. 10’000 Quallen. Überall tuben die kleinen Scheisser durch das Wasser. Quallen wohin das Auge reicht. Wir wandern ein bisschen herum um dem grossen Touristenschwarm zu entkommen. Die Aussichten sind einfach atemberaubend.

Gegen Mittag geht es weiter nach Gozo. Ich erwarte Schotterstrassen und bin positiv überrascht, dass unser kleiner Bus über neu asphaltierte, Baby-Po feine Strasse fährt. Auf dem Boot konnten wir auswählen, ob wir in Gozo die Stadt anschauen oder am Strand entspannen möchten. Wir entscheiden uns für Strand und werden an den Xlendi Beach gefahren. Eine kleine Bucht, leider auch hier ohne Sandstrand dafür voll mit Klippen und klarem Wasser (und oh Wunder: Quallen). Wir geniessen ein feines Essen am Meer und hören den Deutschen nebenan zu, wie sie sich aufregen dass man hier nicht am Strand entspannen kann. Dabei ist es hier doch so wunderschön.

Fazit

Malta ist exotisch, vielfältig und definitiv ein Juwel im Mittelmeer. Dank der kulturreichen Vergangenheit ist die Reise nach Malta für Gaumen und Augen trotz der kurzen Flugzeit sehr exotisch. Selten habe ich auf einer Insel so viel klares und smaragdgrünes Wasser gesehen wie hier. Die Einheimischen sind gastfreundlich und zufrieden. Die Landschaft ist sehr karg, es gibt kaum Bäume und auch keine Berge, aber da haben wir zu Hause ja genug. Auch Schnee gibt es hier übrigens keinen. Aber wirklich warm ist es hier im Winter trotzdem nicht.

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