Mit einem eigenen 4×4 mit Dachzelt durch Westaustralien fahren ohne Zeitdruck und Stress, das klingt nach einem Traum. Einen Traum den ich vier ganze Wochen leben durfte.

Broome
Zwischen Baobab Bäumen, roten Stränden und unter der heissen australischen Sonne habe ich eine ganze Woche in diesem tropischen Paradies genossen.

Eighty Mile Beach
Nach fast einer Woche in Broome, startet heute endlich der Roadtrip. Wir füllen nochmals Wassertank, Benzin und Lebensmittel auf. Der nächste Supermarkt folgt erst in rund 600km. Tankstellen gibt es so alle 400km. Handyempfang praktisch keinen. Genauso wenig Duschen. Am Eighty Mile Beach übernachten wir, nachdem wir ein Kilo Muscheln gesammelt und den schönsten Sonnenuntergang und ein paar Kängurus bestaunt haben.

Karijini Nationalpark
Via Port Headland, einem Minenmekka und dem grössten Schütthafen der Welt, geht es weiter ins Landesinnere. Unterwegs sehen wir einige Rauchschwaden von Buschfeuern. Unser heutiges Tagesziel ist der Karijini Nationalpark mit seinen roten Felsformationen und den wunderschönen Schluchten, die teilweise mit Wasser gefüllt sind. Wir haben hier keinen Handyempfang, kein fliessend Wasser und somit auch keine Dusche. Auf den Plumpsklos sind dafür die Kakerlaken am steppen und am Morgen habe ich einen Rumba mit einem Dingo getanzt. Wir verbringen die Tage mit Wandern und Baden in den Bächen, kämpfen gegen die Fliegen an und zählen nachts die Sterne am Himmelszelt.


Cape Range Nationalpark
Vom einen Funkloch ins nächste. Im Cape Range Nationalpark verbringen wir einige Tage und bestaunen die wunderschöne Unterwasserwelt vom Ningaloo Reef. Wir haben einen Campingplatz in Osprey Bay, an direkter Strandlage. Wir schnorcheln mit Schildkröten, sehen Rochen und eine Unterwasserwelt, wie ich sie noch nie gesehen habe. Besonders der Schnorchelspot am Oyster Stacks ist für mich der schönste Schnorchelspot der Welt. Da können weder die Philippinen, noch Thailand oder das Great Barrier Reef mithalten.
Die Tage ohne Netz, Strom und fliessend Wasser sind die schönste Zeit gewesen. Schlafen, kochen, lesen, schnorcheln, tiefgründige Gespräche unter dem Sternenhimmel und mit den Campingnachbarn einen über den Durst trinken, das ist der wahre Luxus (wobei sich meine Haut nach Tagen Salzwasser und Sand dann auch dezent auf eine Dusche freute). Ich glaube während dieser Zeit hätte der Rest der Wet untergehen können, ich hätte es nichtmal bemerkt. Spannend wie wenig man das Handy und all seine Feautures vermisst wenn man den wahren Reichtum im Leben hat.




Coral Bay
In Coral Bay geniessen wir wiederum ein paar Strandtage. Wobei das Schnorchel-Erlebnis im Cape Range so faszinierend war, dass dies hier eher ernüchternd ist. Der Ort wird aber immer in super Erinnerung bleiben, weil wir hier von unserem italienischen Reisegspändli mit den weltbesten Gnocchi al Funghi bekocht wurden.

Quobba Station
Obwohl wir wirklich viel Zeit haben, müssen wir trotzdem langsam richtig Süden ziehen. Wir sind so richtig im Reiseleben angekommen und brauchen irgendwie auch für Streckenbschnitte von 2 Stunden den ganzen Tag weil wir immer mal wieder anhalten für einen Spaziergang, Aussichtspunkt, Bäckereien oder für ein Zmittag inklusive Pfüsi am Strand. Nach einem schönen Abstecher bei den Quobba Blow Wholes sind wir am Strand entlang weiter Richtung Norden gefahren und haben unterwegs eine Emu-Familie mit 5 Jungen gesehen. Übernachtet haben wir auf Quobba Station, einer riesigen Schaffarm. Das war ein echt schönes Erlebniss. Leider hat ab hier ein heftiger Wind begonnen zu wehen.

Shark Bay
Im Welt Kulturerbe von Shark Bay haben wir auch wieder ein paar Tage verbracht. Hier war der Wind dann echt heftig. An ein campen an direkter Strandlage war hier nicht mehr zu denken. An dieser Stelle mal ein fettes MERCI an meinen super Reisebuddy und Teilzeit Mechaniker, die dieses Zelt alleine auf das Auto gemurkst hat. Und all die Neider die meinten, dass das Zelt doch eh nicht hält. Es hält sogar bei Windböhen um die 60kmh. Direkt am Meer. Während 12 Stunden. Und wir haben sogar gut geschlafen trotz des riesen Lärms. Zur Shark Bay zählt natürlich der bekannte Eagle Bluff Lookout, der direkte Sicht auf das seichte Meer bietet und praktisch immer sind Haifische im Wasser zu sehen. Auch der Shell Beach ist ein Highlight. Der Parkplatz mit den vorgelagerten Muschenl ist sehr ausgetreten, die kleinen Muschenl sind alle vertreten und wir suchen daher einen kleinen Ort etwas abseits und geniessen die wertvolle Natur ganz für uns alleine. Wir nächtigen zwei Nächte in Denham und zwei Nächte in Monkey Mia und geniessen auf dem RAC etwas Ferien vom Reisen mit einem Pool und unter Palmen.


Kalbarri Nationalpark
Wir merken die Nähe zu Perth. Der Verkehr nimmt zu und so auch die Touristen. Also sie sind nicht dicker aber es sind viiiiel mehr als oben im Norden. Das letzte Mal bin ich mit einer Tour nach Exmouth gekesselt. Grosse Erinnerungen an die einzelnen Stationen habe ich leider keine mehr. Als wir in Kalbarri angekommen sind, war ich positiv überrascht wie schön das Örtli ist . Direkt am Murchinson Fluss der ins Meer mündet mit ganz vielen Kängurus liegt das Dörfli im gleichnamigen Park. Es gibt auch ein paar grössere Wanderungen. Wegen der hohen Temperaturen von bis zu 36 Grad (im Karinjini sind wir bei diesen Temperaturen locker 12km durch die Schluchten gewandert und geklettert…) sind die Wanderwege ab 07.00h gesperrt. Joa so früh stehen wir dann doch nicht auf.

Fazit
Nach 4 Wochen und etwas über 5000km sind wir doch tatsächlich ohne Panne in Perth angekommen. Die letzten Kilometer haben wir schweigend zurück gelegt. Der Stau auf dem Freeway war so ungewohnt wie auch die Tatsache, dass wir nun mit unserem Dachzelt aus der Menge stechen. Bishser sind immer die kleinen Autso aufgefallen. Im Outback hat praktisch jeder einen Pick-Up oder einen SUV. Auch der letzte Stop am Yanchep Beach war seltsam. So viele Menschen hatten wir nie am selben Strand die letzten 4 Wochen.
Wir sind mit der Sonne aufgestanden, haben direkt am Meer campiert, manchmal 3 Tage nicht geduscht, unser Frühstück in der Morgensonne genossen, in unserem Dachzelt geschlafen wie die Prinzessinnen auf der Erbse, so viele tolle Menschen kennen gelernt, waren den ganzen Tag draussen und haben während dem Zähneputzen die Sterne am Himmelszelt gezählt und Gölä gehört. Das einfache Leben gefällt mir soooo guuut. Ich werde wohl in Asien erstmal einen Kulturschock erleiden. Ich habe jede Nacht wie ein Murmeli geschlafen. Meine Hintergrundgeräusche waren der Wind in den Bäumen und das Meer. Ich fühlte mich so unbeschwert und glücklich in dieser wuuunderschönen Natur.


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