Mein letztes Reiseziel auf meiner Weltreise ist Costa Rica. Nach Hawaii ist irgendwie die Luft raus und ich bin nicht mehr mit derselben Leidenschaft dabei wie bisher. Auch das Planen ist für mich nur noch ein notwendiges Übel. Also google ich einfach alle zentral amerikanischen Länder und die Bilder von Costa Rica gefallen mir am Besten. Zufällig waren auch die Flüge dahin am günstigsten.
Tamarindo
Ich werde langsam ein bisschen Reisemüde. Ich finde so gar keinen Elan etwas zu planen. Also parkiere ich meinen allerwertesten für ein paar Tage in Tamarindo und geniesse das „Dolce far Niente“. Mein Hostel, das Botella de Leche, ist leider so gar nicht sozial und so bin ich mal wieder auf mich alleine gestellt und nutze die freie Zeit zum Lesen, Sonne tanken und gehe ins Yoga. Tamarindo ist eigentlich ein wunderschöner Ort direkt am Meer mit traumhaften Sonnenuntergängen, leckeren Cafes und gemütlichen Strandbars. An jeder Ecke werden Surfkurse angeboten und der ganze Vibe ist sehr chillig. Aber der Ort ist total veramerikanisiert. Alle Gringos werden auf Englisch angesprochen. Da kann ich noch so versuchen Spanisch zu antworten. Niemand redet mit mir Spanisch. Auf dieser Reise werde ich immer besser im Prokastinieren. Ich verschiebe die Planung der Weiterreise bis zum letzten Abend. Und wir sehen es alle kommen, Klein Corina sitzt in ihrem Hostelzimmerli an einem rudimentären Donnerstag Abend und hat einen mentalen Breakdown weil sie bemerkt, dass sie ihr Costa Rica Routing besser hätte planen sollen.

Monteverde
Das verdrängen und verschieben von Problemen die mich in diesem Augenblick nicht beeinflussen, habe ich mittlerweile hervorragend im Griff und ich finde das eine äusserst gäbige Gabe. In Costa Rica reist der budgetbewusste, alleinreisende und geduldige Rucksacktourist mit dem öffentlichen Bus. Da ich nach wie vor über nichts, was auch nur annährend mit Geduld zu tun hat, verfüge, reise ich mit den Touristen Shuttle-Minibussen. Die sind mit rund 60 USD pro Strecke zwar seeeehr teuer aber immer noch günstiger als ein Mietwagen für mich alleine. Nebst dem, dass sie praktisch sind und ich mal das Hirni ausschalten kann, ist aber das Streckennetz sehr limitiert. Nun ja, man kann eben nicht geng das Füfi und das Weggli haben. Ich muss also feststellen, dass ich von Tamarindo aus nicht weiter durch die Küste Reisen kann, ohne wieder denselben Weg zurück zu reisen und vor der Weiterreise nochmals eine Nacht in Tamarindo verbringen müsste. Also reise ich ins Hochland. In Monteverde geniesse ich das angenehm kühle Klima und wandere durch die Wolkenberge über Hängebrücken und sehe zum ersten Mal in meinem Leben Faultiere. Was für gemütliche Tierli das sind. Die sehen einfach aus als wären sie in einem Dauerhigh und würden wohl auch sonst eine zu viel dampfen. Ich übernachte in einem perfekten kleinen Hostel, dem Outbox In und lerne auch gleich tolle Leute kennen.

Manuel Antonio
In Monteverde habe ich mal zeitnah die Weiterreise organisiert und daher glücklicherweise festgestellt, dass ich den Eintritt in den Nationalpark vorgängig online zahlen muss da die Besucheranzahl limitiert ist. Der Besuch war dann auch wunderschön. Mit einem Guide und drei anderen bin ich durch den Dschungel gewandert auf der Suche nach Affen, Faultieren, Tukans und Schlangen. Ich Glückspilz habe dann auch alles gesehen, wenn auch nicht auf Kamera festgehalten. Das einzige Föteli hier habe ich von einem Strand im Dschungel gemacht bevor es dann für einen ganzen Tag so heftig geregnet hat, dass ich sogar Hostelzimmer wechseln musste weil es reinregnete. Ich habe im Selina übernachtet, welches gleich gegenüber vom Restaurant Avion liegt, einem alten Flugzeug, das zum Restaurant umfunktioniert wurde.

La Fortuna
Costa Rica-Kenner recken sich spätestens jetzt an den Kopf und danken sich, na warum reist denn die Olle kreuz und quer durchs Land? Ja weil die Olle eben einen Masterplan hatte. Gemäss Reiseführer komme ich nur von La Fortuna in den Tortuguero Nationalpark. Hier stellt sich aber heraus, dass es eine Mindestteilnehmerzahl von 2 Personen gibt. Ich reise aber alleine. Ich könnte den Transfer schon buchen, müsste dann aber für 2 Personen zahlen. Ja gerade den Geldscheisser habe ich nun auch nicht nach so langer Zeit auf Reisen. Also gilt mal wieder, das Problem verschieben da es mich aktuell nicht beiinflusst. Ich geniesse also eine schöne Zeit mit tollen Menschen in La Fortuna und erkunde die Umgebung rund um den Arenal Vulkan. Dabei ist der Rio Celeste mein absolutes Highlight. Soooo schön blau und magisch fliesst er mitten durch einen Vulkan Nationalpark. Die feuchte Hitze macht das Wandern aber zum Spitzensport. Trotzdem ist der Teil hier wohl das Highlight meines Costa Rica Abenteuers.

Fazit
Meine Zeit in Costa Rica ist erstaunlich kurz ausgefallen. Die mühsame Planung hat genauso dazu beigetragen wie die Reisemüdigkeit. Nach 6 Monaten auf Reisen habe ich so viele atemberaubende Landschaften, Sternenhimmel, Wasserfälle, Strände, Unterwasserwelten, Sonnenuntergänge gesehen und noch viel mehr tolle und inspirierende Menschen getroffen. Ich konnte zum Schluss Costa Rica nicht mehr mit der Euphorie geniessen, die das Land verdient hätte. Aber ich komme sicherlich wieder zurück, denn mir fehlen noch diverse schöne Orte wie die Karibikküste und den Tortuguero sowie den Corcovado Nationalpark. Aber das nächste Mal werde ich frisch und wieder voller Reisehunger sein.

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