Warmes Wetter, leckere Currys, tropische Strände und das alles zu günstigen Preisen. Alles was mein Herz und Portemonnaie gerade brauchen.
Koh Libong
Was klingt wie ein asiatischer Diktator ist eine abgelegene Insel in der Andamanensee im südlichen Thailand und unser erstes Reiseziel. Die Anreise aus der Schweiz dauerte auch nur 2 Tage und eine Nahtoderfahrung. Mit dem Flugzeug nach Bangkok, durch die Immigration und zum Gepäckband. Danach ein Grab bestellen und während rund einer Stunde einmal quer durch Bangkok furzen um zum Don Muang Flughafen zu gelangen, dann ein weiteres Flugzeug betreten und nach Krabi fliegen. Am späten Nachmittag kommen wir allerdings nicht mehr weiter also verbringen wir die Nacht in Krabi Town. Am nächsten Morgen geht es mit einem guten alten Minivan Richtung Süden. An irgendeinem Pier werden wir ausgeladen, besteigen ein Longtailboot mit zwei Einheimischen und tuckern los nach Koh Libong. Zur gleichen Zeit braut sich im Südchinesischen Meer ein Monstrum namens Kalmaegi zusammen und trifft in Danang auf Land. Da wir doch nicht ganz soweit davon entfernt sind, spüren wir die Ausläufer von diesem riesigen Zyklon in Form von heftigen Regefällen und Wind. Wir befinden uns immer noch auf dieser kleinen Nussschale und nachdem wir den Hafen verlassen, schaukeln wir durch Wellen die immer grösser werden. Ich überspringe das Seekrank sein denn plötzlich – während wir mehr senkrecht als waagrecht auf dem Wasser sind – frage ich mich wo ich denn jetzt wohl rausschwimmen würde wenn wir sinken. Das Manndli vis à vis von mir beginnt die Hände vor dem Kopf zu falten und ich frage mich ob sich Buddhisten auch bekreuzigen. Nach den längsten 45 Minuten meines bisherigen Lebens stechen wir in seichtes Gewässer und ankern vor Koh Libong. Wir haben es geschafft. Mit einem Tuktuk werden wir auf die andere Seite der Insel zu unserem traumhaften Bungalow direkt am stürmischen Strand gebracht. Der Weg zur Rezeption ist dann aber nochmals gefährlich da der Weg voller Palmen ist und die Kokosnüsse doch bedrohlich an den Ästen bambelen. Jährlich sterben nämlich ca. 150 Menschen weil sie von Kokosnüssen erschlagen werden.

Der Start auf der Insel ist stürmisch. Es regnet immer wieder und dabei weht pausenlos ein heftiger Wind. Immerhin ist es warm. Wir nächtigen in einem der wenigen Unterkünfte auf dieser noch sehr untouristischen Insel. Es gibt ein Restaurant im Dorf das von einer grossen Familie geführt wird. Wir essen hier für knappe CHF 2 pro Person wie die Könige. Mit dem Roller düsen wir am nächsten Tag einmal um die Insel wobei das ein bisschen übertrieben ist. Der Weg ist nicht durchgehend und endet irgendwo im Palmenwald in einem Wohnzimmer. Es gibt zwie Einkaufsladen wobei diese im Vorgarten von Einheimischen sind und die Preise jeden Tag etwas anders sind. Täglich ruft der Muezzin mehrmals zum Gebet.



Koh Mook
Die Weiterreise auf Koh Mook findet dann bei schönstem Wetter und glattem Wasser mit einem etwas grösseren Speedboot statt. Allerdings nachdem wir satte fünf Stunden auf das Boot gewartet haben. Als wir um ca. 9.00h im überschaubaren Hafen von Koh Libong ankommen ist Ebbe. Ich frage mich noch, wie das Boot hier wohl anlegen kann. Wir sollen uns setzen. Um 9.30h sollte das Bootli kommen. Um 9.25h kommt eine Frau, stellt ein Tischli auf und setzt ein profesionell gebasteltes Schidli von Tigerline Ferrys auf. Sie gibt uns einen Kleber – quasi die Brandmarkung damit die Besatzung weiss, wo sie uns rausschmeissen können – und setzten wir uns wieder. Es vergehen 10 Minuten, 20 Minuten eine halbe Stunde. Irgendwann, nach etwa einer Stunde, frage ich wo denn die Fähre bleibt. „Ferry here soon kaaa“ werde ich liebevoll vertröstet. Naja immerhin ist das geschäftige Treiben am Hafen spannend. Immer mal wieder kommt ein Pick up und ein paar Tuktuks mit Touristen, die in Longtail Boote steigen und abdüsen. Ausser wir. Wir sitzen immer noch da. Mittlerweile ist 11:30h. Ich muss für kleine Mädchen. Toiletten gibt es hier gerade keine. Also frage ich die Frauengruppe vor mir und erkläre mit Händen und Füssen dass ich hurti siken muss. Meine Notdurft wird im Frauenkreis rege diskutiert. Sie zeigen mir, dass ich einem der Fraueli nachlaufen soll, werde auf ein Tuktuk geladen und die Strasse runtergefahren. Irgendwo bei einem der Häuschen auf Stelzen zeigt sie mir den Weg zu einer Tür. Mutter, Grosmutter und 4 Kinder kommen raus und winken freundlich. Neben 20 Zahnbürstli und einem Wasserkessel (es gibt ja kein Spüeli bei den Hocktoiletten) verrichte ich also mein Geschäft und werde wieder zurück gebracht. Es wird 13:30h. Die Frau vom Kiosk – offenbar auch die einzige die etwas Englisch spricht – kommt zu uns und hält Bernie ihr Telefon hin. Der Kapitän der Speedfähre erklärt, dass sie um 14.00h kommen. Nach 5 Stunden warten und einer 20 Minütigen Fährfahrt treffen wir bei strahlend blauem Himmel auf dem Inselparadies Koh Mook ein. Wir schlendern zu Fuss über den Pier und da fühle ich mich gleich nach Koh Yao Yai versetzt.

Koh Mook ist etwas touristischer als Koh Libong. Es gibt erheblich mehr Restaurants und auch Massage Salons. Der Fussweg führt durch die touristischen Strässlein bis ins Hinterland wo Menzi Muks vor verlotterten Häuslein stehen, Hunde im schatten ein Pfüsi nehmen und Güggel und Hühner nicht ganz jugendfreien Aktivitäte nnachgehen. Am einzigen Badestrand geniessen wir das Süsse Nichtstun. Jedes Restaurant wird von lokalen Familien geführt, so auch die kleinen Einkaufslädelchen und die Massage Salons. Nach ein paar Tagen kennt uns fast jeder und am letzten Tag winken uns alle zum Abschied.


Koh Ngai
Mit der Speedfähre gehts zur nächsten Insel. Koh Ngai fühlt sich an wie ein Mix aus Malediven und Robinson Crusoe Insel. Der Steg ist abgeschottet vom Rest der Insel. Mit einem Longtailboot werden wir an den 4km langen Strand gefahren wo sich ein paar vereinzelte Bungalows und Strandbars abwechseln. Hinten dran ist der Dschungel. Strassen gibt es keine und der einzige Motor ist der nicht ganz hybride Dieselmotor der Böötli. Täglich kommen diverse Longtailboote mit Tagestouristen. Niemand bleibt länger als eine Stunde auf der Insel. Um 16.00h dampfen die letzten Böötli ab und die Insel gehört wieder den wenigen Toursiten, die hier übernachten. Während den paar Tagen hier habe ich nie Schuhe getragen, 2 Bücher gelesen und mein Allerwertester sicher an die 27x im Badewannen warmen Wasser gewaschen. Einmal haben wir noch ein Spaziergängli durch den Dschungel zum Paradise Beach gemacht. Den Weg habe ich auf Google gefunden. Vor dem vordersten Resort stand dann tatsächlich ein Wegweiser. Man solle ein Erste-Hilfe Kit, mindestens 2 Liter Wasser und gutes Schuhwerk tragen, so die verrostete Tafel oben auf dem Hügel. Wir hatten eine Flasche Wasser, Flip Flops und das Handy dabei. Läuft. Wir waten gemütlich durch den Regenwald, Bernie gegen die Mücken ankämpfend und ich schreite wie Indiana Jones voran um die Schlangen aus dem weg zu scheuchen. Nicht mal den Sackhegu haben wir dabei. Unterwegs finden wir den schönsten Palmenhain – auf den Philippinen stehen die Touristen Schlange für ein Foto und hier ist kein einziger Mensch. Was für ein tropisches Paradies. Ich muss aber zugeben, dass ich doch ein bisschen erleichtert wart, als wir wieder auf unserer Seite der Insel waren. Unterwegs haben wir eine – für meinen Geschmack etwas zu fette – Schlange und diverse Warane gesehen. Kurz vor unserem Strand hat uns noch so ein Waran-Bulle den Weg versperrt und wären nicht gerade zwei Thais daher gestogglet, würden wir äuä noch heute in Todesangst auf diesem Aussichtspunkt sitzen.



Koh Lanta
Mit der lokalen Fähre tuckern wir bei schönstem Wetter gemütlich nach Koh Lanta. Nach der Ankunft habe ich erstmal einen Kulturschock. Viele Pick Ups, noch mehr Roller und Menschen säumen die Strassen und sorgen für ein konstantes Surren. Wir mieten uns einen Roller und erkunden die Gegend. Wir wandern durch den Nationalpark und geniessen die wunderschönene Ausblicke vom Dschungel auf den Ozean, während wir sicher 7 Liter schwitzen – oder mehr. Wir gönnen uns Massagen und geniessen die bezaubernden Sonnenuntergänge. Ich habe vor einiger Zeit aufgehört, sinnlos Souveniers als Andenken zu kaufen und angenfanen, Kochkurse zu besuchen. Meine Kochküsten halten sich jedoch stark in Grenzen und Bänz ist nunmal der besser Koch von uns beiden. Also habe ich ihn mitgeschleift. Während dem Kochkurs habe ich alle Saucen und Gewürze fotogarfiert und am nächsten Tag sind wir zum Einkaufszentrum gefahren und haben alles gekauft. Bänz sei Dank gibt es nun autenthische thailändische Küche zu geniessen.




Khao Sok Nationalpark
Der Khao Sok war schon lange auf meiner Liste und jetzt, wo ich doch gerade in der Nähe war, habe ich es endlich geschafft. Eine Übernachtung wäre doch etwas zu teuer für unser Budget gewesen – mein Konto blutet ja immer noch von der Weltreise her – also gab es einen Tagesausflug. Die Anreise ab Krabi beträgt rund 2.5h pro Weg. Wir hatten das Glück, dass wir bei der Hinreise noch zwei Personen in Ao Nang aufgabeln mussten und die Anreise somit über 3 Stunden dauerte. Im Khao Sok angekommen hat es immer noch geregnet. Auf einem kleinen Longtailböötli rösteten wir kreuz und quer über den zweitgrössten See Thailands. Zu Höhlen und schwimmenden Hotels bis hin zu einer – wegen dem Regen – etwas zu matschige Dschungelwanderung. An Lianen und Baumstämmen sind wir ein matschiges, stotziges Wägli hoch gekrochen. Über Bambusäste und Flüsse sind wir gewatet während sich Blutegel an unseren Beinen festgefressen haben. Fazit: Flip Flops waren in dem Moment zwar die schlechtere Wahl, aber das Schuhe putzen ging dafür unglaublich schnell.



Bangkok
In Bangkok haben wir uns dann vom Bali Belly erholt und die Tage noch mit shoppen verbracht. Samstags eskaliert das Verkehrsnetz in Bangkok. Wir wollten mit einem Grab zur Khao San Road. Nach 45 Minuten sind wir noch keinen Kilometer vom Hotel entfernt und entschliessen uns daher das Vorhaben abzubrechen und in die Shopping Mall zu spazieren. Der Abend lasse ich auf dem Rooftop des Hotels ausklingen und genisse den farbenfrohsten Sonnenuntergang bevor wir uns wie die Sardinen in die U-Bahn drängen mit unserem Gepäck und Richtung Flughafen fahren. Thailand war die beste Idee für diese Reise. Nicht zu weit weg, gutes Essen und schöne Strände. Auf unserer Suche nach untouristischen Inseln sind wir tatsächlich auch fündig geworden. Ich sage „khop khun Kha“.

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