Minimalismus

Minimalismus

Bewusster Verzicht um Platz für das Wesentliche zu schaffen

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Minimalismus ist eine noch nicht sehr weit verbreitete Lebensweise. Einige leben minimalistisch, ohne das wirklich zu zelebrieren. Ich hingegen lebe aus zwei Gründen minimalistisch. Erstens: wenig zu besitzen gibt mir ein Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit. Zweitens: durch meine vielen Reisen habe ich einen gigantischen ökologischen Fussabdruck und versuche so im Alltag einen nicht ganz so grossen Fussabdruck zu hinterlassen.

Mein Weg zum Minimalismus

Wenn ich so zurück denke lebe ich schon mindestens sechs Jahre mit wenig. Zuerst habe ich das unbewusst gemacht. Seit Reisen ein immer grösserer und wichtigerer Teil meines Lebens wurde, habe ich den Lebensstil aber aktiv verfolgt. Vor meiner grossen Reise, ende 2019, habe ich dann meine Besitztümer auf ein Minimum reduziert und alles was ich nicht mehr brauche verschenkt, gespendet oder verkauft. Irgendwann möchte ich nochmals losziehen wie damals im November 2019 – aber mit viel mehr Erfahrung und weniger Gegenständen im Gepäck.

Minimalismus in der Küche

Ich bin nach der Pandemie zum ersten mal seit Jahren wieder in eine eigene Wohnung gezogen. Einige Haushaltsgeräte habe ich quasi „Secondhand“ von meiner Mutter erhalten und ansonsten habe ich mir wirklich nur gekauft was ich im Alltag beim Kochen vermisst habe, daher sind auch meine Küchenschränke nicht überfüllt und teilweise sogar leer. Böse Zungen munkeln, die obersten Regale sind aufgrund meiner Grösse leer, isch schiebe es lieber auf die minimalistische Einrichtung.

Auch mein Vorratsschrank und Kühlschrank sind überschaubar gehalten. Da ich alleine wohne kann ich keine Familienpackungen an Essensvorräten kaufen. Ich kaufe immer nur für eine Woche ein und plane meine Gerichte somit zum Voraus. So stelle ich auch sicher, dass ich nie Lebensmittel entsorgen muss weil sie Geburtstag hatten und aus dem Kühlschrank kriechen. Das ist nicht nur minimalistisch sondern auch ökologisch.

Minimalistische Einrichtung

Ich habe das grosse Glück, dass ich 3 Einbauschränke in der Wohnung habe, wovon ich jedoch nur zwei brauche. Eine Sitzbank ist ebenso bereits fest verbaut. Somit konnte ich mir viele Einrichtungskosten und Zeit sparen. Bei meinem Auszug kann ich so Zeit, Kraft und Nerven sparen und bin froh um jedes Möbelstück, dass ich nicht irgendwo unterbringen oder loswerden muss.

Die liebe Dekoration. Auch ich liebe die Fotos auf Instagram und Pinterest von aufwändig und wunderschön dekorierten Wohnräumen voller Pflanzen, Makrame, Kerzen und so weiter. Minimalismus gibt mehr platz um seine Gedanken kreativ zu entfalten, in einem überfüllten Raum kann ich meinen Gedanken keinen freien Lauf lassen weil ich ständig ans Aufräumen denken muss.

Kleiderschrank

Ein grosses Thema vor allem bei Frauen. Hand aufs Herz, wie viele von euch besitzen Kleider im Kleiderschrank, wo noch das Preisschild dran hängt? Wie viele Kleider von euch wurden das letzte mal 2012 getragen weil ihr da noch Skinny Bitches ward und in Grösse 34 und XXS gepasst habt? Wer von euch hat 10 paar Jeans die er nicht weggeben kann obwohl nur 2 davon regelmässig getragen werden? Wann habt ihr das letzte mal eure Unterwäsche-Schublade ausgemistet und die Sockenschublade auf vollständige und intakte Paare überprüft? 😉

Ich habe in meinem Kleiderschrank und allgemein in meiner Wohnung die „One in one out“ Regel. Wenn ich ein neues Shirt kaufe, muss ein altes weichen. Meistens verschenke ich die Kleider oder spende Sie an die Berghilfe. Ich besitze 3 paar Jeans und trage somit alle regelmässig. Dasselbe gilt für meine 6 Winterpullover und für die 5 Sommerkleider. Nach jeder Saison miste ich aus: was ich weniger als 2x getragen habe kommt weg. Dieses Szenario habe ich jetzt gut vier Jahre lang durchgezogen und mittlerweile habe ich einen schönen Kleiderschrank und es macht mir Freude, ihn zu öffnen. Ich habe nur Kleider in meinem Schrank, die ich auch regelmässig trage. So verschwende ich keine unnötige Zeit mehr weil ich nichts passendes zum Anziehen habe es sei denn, ich habe gerade Lust auf meine Sommerhose mit Sandaletten aber draussen ist April und -2° Grad.

Fazit

Minimalismus beginnt im Kopf. Minimalismus ist nicht nur materialistisch sondern muss auch im Kopf stattfinden. Wer sich von unnötigem Ballast trennt hat mehr Energie um sich auf das Schöne und Wesentliche im Leben zu konzentrieren wie Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus von „The Minimalists“ sagen. Wer einmal richtig aufgeräumt und ausgemistet hat und seine Teile online oder auf dem Flohmärit verkauft hat weiss; du erhältst lediglich einen Bruchteil vom Originalpreis. Das sind harte Lektionen für jeden Sparfuchs aber gleichzeitig super zum Konsumabgewöhnen. Mein Lieblingszitat, welches ich mir immer wieder in den Hinterkopf rufe wenn ich was kaufen möchte obwohl ich es nicht wirklich brauche:

If you don’t buy it, it’s 100% off.

http://www.theminimalists.com

Minimalist wirst du aber nicht über Nacht. Es ist ein Prozess und ein langer Weg der sich aber nicht nur in Hinsicht auf dein Portemonnaie sondern auch auf die Umwelt absolut lohnt.